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Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke
Spezialistenprofile im IT-Weiterbildungssystem
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Zu Beginn des IT-Prozesses steht
eine Idee oder ein Bedarf.
Nach einer ersten Analyse der Idee
werden die groben Anforderungen
formuliert, die das neue System
oder Produkt erfüllen muss.
Erste Lösungsideen werden in
technischer, organisatorischer
und finanzieller Hinsicht ver-
glichen.
Ob ein Produkt gekauft oder ein neues
System entwickelt werden soll, ent-
scheidet darüber, ob Angebote eingeholt
und bewertet oder das zu entwickelnde
System spezifiziert wird.
Die Implementierungsarbeiten werden
auf einzelne Arbeitspakete bzw. Module
und Komponenten aufgeteilt. Diese um-
fangreichen Tätigkeiten werden i.d.R.
arbeitsteilig in Teams ausgeführt.
Während der Systemimplementation
entstandene Module und Komponen-
ten werden getestet.
Die getesteten Module werden zu (Teil-) Systemen
integriert, welche wiederum getestet werden.
Ist das System funktions-
fähig und insgesamt ge-
testet, kann das Produkt
ausgeliefert werden.
Der Kunde nimmt das Produkt nach
dem Abgleich mit den Bestimmungen
des Pflichtenheftes/des Anforde-
rungsprofils ab.
Gekaufte (Standard-) Produkte
werden an die speziellen Bedürf-
nisse des Unternehmens ange-
passt.
Die Daten- und Systemmigration
finden sehr oft im Rahmen einer
Pilotphase statt, in der alte und
neue Systeme integriert werden.
In dieser Phase werden die ver-
chiedenen Nutzer (Anwender
wie Administratoren) der neuen
Systeme geschult.
Ist das System installiert, konfi-
guriert und angepasst, geht es
in den Regelbetrieb über.
Mit dem Regelbetrieb beginnt die Phase
der kontinuierlichen Überwachung und
Wartung.
Die Optimierung entsprechend den Erforder-
nissen im laufenden Betrieb ist der letzte Teil
des IT-Prozesses.
Wird das Produkt oder System den Anforde-
rungen nicht mehr gerecht, gilt es, den neuen
Bedarf zu analysieren. Damit ist der IT-Pro-
zess wieder an seinem Ausgangspunkt
angekommen.
29 Spezialisten sind als Weiterbildungs- profile für Fachkräfte der IT-Branche im neuen IT-Weiterbildungssystem festgelegt worden. Die Einordnung der Spezialisten - profile im Gesamtprozess, ihre kennzeich- nenden Tätigkeiten sowie ihre Schnittstellen zu anderen Profilen sind aus dem abgebildeten IT-Prozess leicht erkennbar.
Der IT-Prozess beschreibt auf allgemeiner Ebene die Herstellung und Verwendung von IT-Produkten. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Produkts abgebildet. Der IT-Prozess stellt neben der Entwicklung auch die Anwendung von IT-Produkten dar und bezieht sich nicht nur auf Software und Systeme sondern auch auf Hardware und Netze. Die Prozessschritte des IT-Prozesses stehen für umfangreiche und komplexe Arbeitsprozesse.
Als Modell bietet der IT-Prozess Unternehmen, Fachabteilungen und Mitarbeitern Unterstützung bei der Auswahl der passenden Spezialisten - Profile für eine Weiterbildung.
Zur Gruppe der Software Developer gehören die Profile:
-     IT Systems Analyst
-     IT Systems Developer
-     Software Developer
-     Database Developer
-     User Interface Developer
-     Multimedia Developer

Die Analyse von Anforderungen, der Sys- tem- oder Modulentwurf und die Implemen- tation kennzeichnen die Gruppe der Deve- loper. Systemarchitekturen, Programme, Datenbanken, Benutzeroberflächen und vieles andere werden von ihnen entwickelt, daher sind sie typischerweise auf der Seite der Hersteller angesiedelt. Engineering Prozesse, Methoden und Werkzeuge der Softwareentwicklung sowie Entwicklungs- und Qualitätsstandards sind typische, für Tätigkeiten in der Software-Entwicklung notwendige Kompetenzfelder.
Das Analysieren von Anforderungen und Geschäftsprozessen sowie das Entwerfen kompletter Systeme sind Aufgaben des IT System Analysts und des IT System Developers. Die Anforderungen zukünftiger Nutzer der Systeme bilden die Basis für die Spezifikation der zu entwickelnden oder zu beschaffenden Software und notwendigen Hardware. Die so entstandenen Lösungs- konzepte und ihre formale Darstellung als Systemdesign oder Systemarchitektur werden von den Software, Database, User Interface und Multimedia Developern umgesetzt. Die nachfolgende Integration der im Entwicklungsprozess entstandenen Module zu einem Gesamtsystem und ihre Anpassung an die Bedürfnisse des Kunden ist ebenfalls Aufgabe des IT System Developers. Aus dem Systemdesign leiten Software, Database, User Interface und Multimedia Developer die notwendige Feinspezifikation der von ihnen zu entwickelnden Module ab. Diese Module werden dann - in enger Abstimmung aller am Entwicklungsprozess Beteiligter - implementiert. Mit dem Modultest und der Unterstützung der Systemintegration sind die Aufgaben der Developer innerhalb des IT-Prozesses beendet.
Zur Gruppe der Coordinator gehören die Profile:
-     IT Project Coordinator
-     IT Configuration Coordinator
-     IT Quality Management Coordinator
-     IT Test Coordinator
-     IT Technical Writer

Der Entwicklungsprozess von Systemen und Software und die Arbeit der Developer müssen koordiniert und unterstützt werden. Dies ist Aufgabe der Entwicklungsbetreuer, die somit auch auf der Herstellerseite angesiedelt sind. Die Koordinatoren über- nehmen Querschnittsaufgaben im Entwick- lungsprozess und sind Mitglieder des Entwicklungsteams. Darüber hinaus beglei- ten sie Produkte und Systeme auch im weiteren Lebenszyklus und müsse den Überblick über große und komplexe Lösungen behalten, wie sie von den Lösungsentwicklern konzipiert werden. Die Stärken der Entwicklungsbetreuer liegen in Projektplanung und -management sowie Moderation und Konfliktbewältigung neben Kompetenzfeldern im Bereich der Software - Entwicklung. Die Leitung und Koordination kleiner Projekte ist Aufgabe des IT Project Coordinators. Er kennt sich mit den finan- ziellen, technischen, personellen und organisatorischen Aspekten von IT-Projekten aus und managt sie.
IT Configuration Coordinator, IT Test Coordinator und IT Technical Writer begleiten den Entwicklungsprozess von der Anforderungsanalyse bis hin zur Produkt - Abnahme und den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Systemen unter spezielle Aspekten. Die Sicherung der Qualität im Entwicklungsprozess ist die Kernaufgabe des Quality Management Coordinators.
IT Project Coordinators (IT-Projektkoordina- tor/in) leiten IT-spezifische Projekte oder Teilprojekte mit vorgegebenen Zielsetz- ungen und Ressourcenrahmen.
IT Configuration Coordinators (IT-Konfi- gurationskoordinator/in) organisieren das Konfigurations- und Changemanagement, indem sie Software-Entwicklungsprozesse und -ergebnisse strukturieren, verwalten und dokumentieren.
Quality Management Coordinators beraten bei der Erstellung von Qualitätsmanage- mentkonzepten und entsprechender Hand- bücher, setzen Qualitätsvorgaben für die Entwicklung, Installation und Nutzung komplexer IT-Systeme und Produkte um und kontrollieren die Einhaltung der Qualität.
IT Test Coordinators konzipieren die den Software- und Hardware-Entwicklungs- prozess begleitenden Tests auf den Stufen Unit-, Integrations-, Funktions-, System- und Akzeptanztest und führen diese Tests durch. Sie stellen Testumgebungen bereit und sind für die Tests verantwortlich.
IT Technical Writers (Dokumentationsent- wickler/in) erstellen und pflegen Dokumente von IT-Projekten und von IT-Produkten im Lebenszyklus.
Zur Gruppe der Solution Developer gehören die Profile:
-     Business Systems Advisor
-     E Marketing Developer
-     E Logistic Developer
-     Knowledge Management Systems ...
-     IT Security Coordinator
-     Network Developer

Anforderungsanalyse und Lösungsver- gleich sowie Systemanpassung und Daten- migration kennzeichnen die Lösungsent- wickler. Im Unterschied zu den Developern, die etwas produzieren, kauft ein Lösungs- entwickler ein vorhandenes System oder Produkt am Markt und passt es an die speziellen Bedürfnisse des eigenen Unter- nehmens an. Lösungsentwickler stehen also auf der Anwenderseite das IT-Prozesses und haben neben IT-Kennt-nissen vertiefte Kenntnisse eines speziellen Anwendungsgebiets.
Die Lösungsentwickler müssen Analyse- und Design - Methoden anwenden können. Vernetztes Denken ist für sie essentiell, um informationstechnische Unterstützungen für ihre fachlichen Anforderungen realisieren zu können. In den Bereichen Marketing, Logistik, Wissensmanagement, Netzwerke, IT-Sicherheit und Unternehmensanwen- dungen haben sie ihren jeweiligen fachlichen Schwerpunkt. Die Analyse unternehmensspezifischer Anforderungen, die Konzeption informationstechnischer Lösungen und die Anpassungen von Systemen und Produkten zählen zu den Hauptaufgaben der Lösungsentwickler. Außerdem betreuen und schulen sie die Nutzer.
Zur Gruppe der Technician gehören die Profile:
-     Component Technician
-     Industrial IT Systems Technician
-     Security Technician

Lösungsentwicklung für die industrielle Pro- duktion, mit Hardwarekomponenten und in der Sicherheitstechnik zeichnet die Gruppe der Techniker aus.
Neben Anforderungsanalyse, Lösungs- vergleich und System-Anpassung sind hardwarenahe Programmierung sowie die Entwicklung und Integration von Hardware typische Aufgaben. Die Techniker analy- sieren Anforderungen, entwerfen Systeme oder Komponenten, implementieren und integrieren sie. Damit nehmen die Techniker typische Entwickleraufgaben wahr, die sich von der Softwareentwicklung z.B. durch die standardmäßige Prototypenentwicklung, aber auch durch die Verwendung völlig anderer Protokolle, Schnittstellen und Programmiersprachen unterscheiden. Im Unterschied zu allen anderen Spezialisten müssen Techniker - je nach Einsatzgebiet und Unternehmen - alle Tätigkeiten des IT-Prozesses ausführen, einschließlich der Betreuung von Anlagen, Systemen und Lösungen. Die Kompetenzfelder Bussys- teme, Protokolle und Schnittstellen sowie Hardwarenalysen unterscheiden die Gruppen der Techniker von den anderen Entwicklern, mit denen sie eine Reihen von Kompetenzfeldern wie Engineering Prozesse, Entwicklungs- und Qualitäts- standards gemeinsam haben.
Der Component Technician entwirft, implemen- tiert und testet Hardwarekomponenten. Konzepte und Lösungen für sicherheits- technische Anlagen (z.B. Überwachungs- kameras oder Brandmeldesysteme) sowie ihr Anschluss an die IT-Infrastruktur sind die Aufgaben des Security Technicians. Industrial IT Systems Technicians konzipieren, implementieren und warten industrielle Automatisierungs- und Prozessleitsysteme, wie Robotersteuerungen in der Automobil- industrie oder Laboranlagensteuerungen in der Verfahrenstechnik.
Zur Gruppe der Administrator gehören die Profile:
-     Network Administrator
-     IT Systems Administrator
-     Database Administrator
-     Web Administrator
-     Business Systems Administrator

Betreiben, Überwachen und Optimieren von Systemen und Netzen sind Kerntätigkeiten der Administratoren. Sie kümmern sich um vorhandene Systeme und Infrastrukturen auf der Anwenderseite. Kontinuierliche, immer wieder durchzuführende Prozesse unterscheiden die Tätigkeit der Administra- toren von den projektbezogenen Aufgaben der anderen Spezialisten. Sie konfigurieren, betreiben, überwachen und optimieren Netzwerke, informationstechnische Systeme, Datenbanken, Unternehmes- und Webanwendungen. Ihre Stärken liegen in den Bereichen Betriebssysteme und Netze, Sicherheitsüberwachung und Datensiche- rung sowie in der nutzerorientierten Problemanalyse und -lösung.
Jeder der Administratoren hat bestimmte Tätigkeits- oder Kenntnisschwerpunkte. So betreut der IT Systems Adminstrator Hardware und Hardware - Komponenten, Betriebssysteme und Anwendungssoft- ware, muss aber auch Netzwerkkenntnisse haben. Die Administration von Netzen ist Schwerpunkt der Tätigkeit des Network Administrators, der aber auch Betriebs- systeme und Anwendungen kennen muss. Datenbanken bilden die Basis jeder Unternehmensanwendung, so dass Database Administratoren und Business System Administratoren oft mit denselben Systemen arbeiten. Web Adminstratoren betreuen vor allem den Internetauftritt des Unternehmens.
Zur Gruppe der Advisor gehören die Profile:
-     Service Advisor
-     IT Trainer
-     IT Product Coordinator
-     IT Sales Advisor

An den Schnittstellen unterschiedlicher Prozesse und Tätigkeitsprofile stehen die Produkt- und Kundenbetreuer. Sie stellen im technischen oder kaufmännischen Bereich die Verbindung zwischen Herstellern und Anwendern her. Typische Tätigkeitsfelder sind also die Bedarfsanalyse, die Auslieferung und Abnahme von Produkten, die Nutzerschulung sowie der Support. Vernetztes Denken, nutzerorientierte Problemlösung, kundengerechte Beratung und Serviceorientierung sind kennzeich- nende Kompetenzfelder für die Gruppe der Produkt- und Kundenbetreuer an der Schnittstelle zwischen Herstellern und Anwendern.
IT Service Advisor und IT Trainer sind die Kunden betreuer auf technischem Gebiet, IT Sales Advisor und IT Product Coordinator sind im kaufmännischen Bereich tätig. IT Service Advisor lösen Anwenderproblemen und betreuen Produkte und Systeme (Software, Hardware, Netze). Nutzer in neue Produkte einzuführen und im Umgang mit Soft- und Hardware zu schulen, ist die Kernaufgabe des IT Trainers. Die kaufmännischen Vermittler begleiten Produkte und Projekte über ihren gesamten Lebenszyklus und sind Ansprechpartner für Kunden wie für Hersteller und Entwickler. Während der IT Sales Advisor Kunden berät und individuelle Lösungen anbietet, ist die Aufgabe des IT Product Coordinator die Entwicklung marktgerechter Hardware, Software und Systeme.