Offene und geschlossene Fragen
Eines der wichtigsten Arbeitsmittel des Lernprozessbegleiters sind die Fragen, die er stellt. Durch seine Fragen will er aber nicht nur Antworten bzw. Informationen bekommen. Es geht ihm in der Lernprozessbegleitung vor allem darum, durch Fragen zu untersuchen, ob der Kandidat selbst über wichtige Informationen verfügt. Die Fragen sollen beim Lernenden dazu führen, dass er etwas über sich selbst und seine Situation entdeckt. Oft weiß er selber bereits Lösungen, die ihm nur noch nicht bewusst sind.
Fragen lassen sich grundsätzlich in geschlossene und offene Fragen unterteilen.
Geschlossene Fragen
Eine geschlossene Frage ist eine Frage, die nur mit "ja" oder "nein" oder mit einem einzelnen Fakt beantwortet werden kann. Geschlossene Fragen geben dem Teilnehmer nicht wirklich zu denken und verraten manchmal eine voreingenommene Einstellung beim Fragesteller. Zudem ist die Wirkung geschlossener Fragen eher kommunikationshemmend. Sie können aber auch berechtigt sein, wenn z.B. der Teilnehmer nicht imstande ist, seine Gefühle gut in Worten zu fassen oder wenn es sich um Tabu-Themen handelt. Eine Frage wie: "Ist es für Sie schwer, über Ihre Gefühle zu reden?" kann Verständnis vermitteln und dem Kandidaten weiterhelfen.
Offene Fragen
Eine offene Frage ist im Gegensatz dazu eine Frage, auf die nicht einsilbig geantwortet werden kann. Offene Fragen stiften z.B. dazu an, die eigenen Gedanken und Gefühle zu erforschen und auszusprechen. Offene Fragen wirken somit oft entwicklungsfördernder.
Sie fangen oft mit "wie", "was" und "wer" an. Offene Fragen werden so gestellt, dass:
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der Kandidat anfängt, über seine eigene Problemlösung nachzudenken;
die Frage nicht schon die Antwort suggeriert;
der Kandidat die Frage nicht nur mit 'ja' oder 'nein' beantworten kann;
der Kandidat nicht zur Rechenschaft gezogen wird (dies würde eher Verteidigung als Explorieren hervorrufen).
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