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Kompetenzentwicklung

Über die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten wissen die Menschen erstaunlich wenig bescheid. Am besten kennt man noch seine Unfähigkeiten. Wir alle haben Fähigkeiten, die wir kennen und solche die wir nicht kennen. Aufgabe des Lernprozessbegleiters ist es dem Kandidaten zu helfen mehr Bewusstsein über sich zu erlangen. Das folgende Modell soll dabei helfen, die in unterschiedlichen Phasen des Bewusstseinsprozesses beim Erwerb neuer Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kompetenzen verständlich zu machen. Wo darin die Arbeit des Lernprozessbegleiters an setzt, um seinen Kandidaten zu fördern und zu fordern, wird unten beschrieben.


Die Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen lässt sich grob in vier unterschiedliche Phasen einteilen.





Phase 1: Unfähig und sich dessen nicht bewusst
In der Phase 1 ist dem Kandidaten oftmals gar nicht bewusst, dass er etwas nicht kann, er hat keinen Blick für an ihn gestellte Anforderungen oder er merkt nicht, dass er bestimmte Situationen nur unbefriedigend löst etc. Die Aufgabe des Lernprozessbegleiters besteht in dieser Phase darin abzuschätzen, ob der Kandidat „weiß, was er nicht kann“. Unter Umständen muss der Lernprozessbegleiter vor Beginn der Qualifizierung ein Bewusstsein beim Kandidaten für bestimmte Anforderungen herstellen.
Vielfach fehlt den Kandidaten aber nicht nur ein Blick dafür, was sie nicht können. Oftmals haben sie auch keine persönliche Einschätzung darüber, was sie können und beherrschen. Sie nehmen die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen nicht wahr, bzw. würdigen sie nicht entsprechend. In solchen Fällen besteht die Aufgabe des Lernprozessbegleiters darin, durch Reflexionsinstrumente dem Kandidaten zu einem Bild der eigenen Kompetenzen zu verhelfen. Dies sind Kompetenzen, die in der Phase 4 dieses Modells beschrieben werden.

Phase 2: Unfähig und sich dessen bewusst
In Phase zwei wird dem Kandidaten überhaupt erst bewusst, dass er etwas nicht kann. Jetzt entscheidet er darüber, ob es dabei bleibt: „Das kann ich sowieso nicht lernen“ oder er beschließt, sich weiterzuqualifizieren. Damit beginnt die Planung des eigenen Lernweges, bei dem der Lernprozessbegleiter ihn unterstützen kann.

Phase 3: Fähig und sich dessen bewusst
Der Übergang in Phase drei hat der Kandidat geschafft, wenn er in vergleichbaren Situationen ein oder mehrmals gezeigt hat, dass er diese bewältigen bzw. lösen konnte: Das er diese Fähigkeit oder Fertigkeit mindestens anfänglich beherrscht.
Doch Vorsicht: nur Übung macht den Meister! Auch Autofahren kann man nur wirklich, nachdem man 50.000 km gefahren ist.
Erst wenn der Kandidat die neue Fähigkeit kontinuierlich übt - dies erfordert Disziplin und kann nur durch kontinuierliche Anwendung erreicht werden - gelingt der Schritt in Phase 4.

Phase 4: Fähigkeit fließt unbewusst in die Handlungen ein
Die Phase vier hat der Kandidat erreicht, wenn er die neu erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten so verinnerlicht hat, dass er sie unbewusst ausübt. In dieser Phase braucht er keine bewusste Anstrengung mehr zu unternehmen, sondern die neuen Fähigkeiten sind ihm in „Fleisch und Blut“ übergegangen. (z.B. beim Autofahren)
Wenn sich die Arbeitsumstände und die Herausforderungen aber ändern, kann es durchaus geschehen, dass aus einer „alten“ unbewussten Kompetenz plötzlich eine unbewusste Inkompetenz wird, weil das Neue mit den alten Handlungsstrategien bearbeitet wird, die aber jetzt nicht mehr tauglich sind und dann ist man wieder in die Phase 1 gekommen.


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