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Lernrichtungen

Lernherausforderungen in der Arbeit können sowohl aus einem Mangel an Wissen, Fertigkeiten oder Fähigkeiten resultieren. Arbeitshindernisse beruhen auf einem Lernbedarf, der aus drei Richtungen kommen kann, wie sie in diesem Modell beschrieben werden:

Lernen heißt auch, die Grenzen des individuellen Weltzuganges zu überwinden, zu verschieben und sich selber umzugestalten, zu entwickeln.

Der Mensch besitzt ein Repertoire an körperlichen und geistigen Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie psychisch-seelischen Befindlichkeiten (z.B innere Werte und Haltungen), die ihn in die Lage versetzen, bestimmte Verrichtungen zu tun.
Je nach Sozialisation, Veranlagung und Vererbung sind diese unterschiedlich ausgeprägt, d.h. potentiell vorhanden und veränderbar.

Lernen heißt, dieses Repertoire zu einem beliebigen Zeitpunkt zu verändern und zu erweitern. Dabei treten drei Herausforderungen (C. van Houten nennt sie Barrieren) auf, die einerseits Lernen behindern, es andererseits erst ermöglichen - eigentlich findet Lernen erst dort statt:

Denkbarriere
Willensbarriere/ Handlungsbarriere
Gefühlsbarriere

Denkbarriere
Um Bedingungen und Verhältnisse der Welt, das dort vorhandene Wissen (überhaupt, besser) zu verstehen, muss sich als Individuum aus der Welt (neues, mehr) Wissen beschaffen. Dies ist eine wahrnehmende und denkerische Arbeit. In ihr stößt der Mensch auf die Denkbarriere.



Einen Brückenschlag bilden hier (potentiell) das Erkenntnisstreben und die Neugierde.


Willensbarriere/ Handlungsbarriere
Im Sinne der Veränderung/Erweiterung des Repertoires ist dem Lernprozess ebenso zugehörig die Anwendung/Umsetzung des Gelernten. Auch diese ist eine Ebene der Auseinandersetzung zwischen „Ich und Welt“. Hier erlebt der Mensch, dass ihm die Möglichkeiten dazu fehlen, etwas zu vollbringen und zu gestalten, Wissen/Gelerntes umzusetzen. Er möchte etwas gestalten, trifft aber auf die Willensbarriere/ Handlungsbarriere, denn ihm fehlen noch die entsprechenden Fähigkeiten.



Der Verbesserungswunsch und die Motivation sind hier Stützen und Brücken für das Überwinden dieser Lernschwelle.


Gefühlsbarriere
Die dritte Barriere für das Lernen liegt nicht im Verhältnis des Lernenden zur Welt, sondern im Lernenden selbst. Viele Arbeits- und Lernhemmnisse bzw. -blockaden entstehen dadurch, dass den beiden oben genannten Lernbewegungen Gefühle wie Sympathie, Antipathie, Lust oder Unlust, fehlende Ausdauer oder Geduld, mangelnde Motivation u.ä. im Wege stehen. Er stößt auf die Gefühlsbarriere. Dies ist eine Herausforderung sich selber zu verändern.

Will sich der Mensch entwickeln, muss er an sich selbst arbeiten, d.h. vor allem sein Gefühlsleben in Bezug auf die Sachanforderungen balancieren lernen.



Der Wunsch, sich selber verbessern zu wollen und sich als gestaltungsfähig zu erleben, rufen die Kräfte auf, sich auf diesen Weg zu begeben.



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