|
Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke
|
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||
| Bedeutung für Lernprozessbegleiter Der Lernbegriff ist geprägt vom veranstalteten Lernen, daher sollte sich der LPB bewusst machen, dass in der IT-Weiterbildung (APO-IT) dem Lernen aus der Arbeit und dem selbstbestimmten Lernen, mehr Raum gegeben wird. Die damit verbundenen Herausforderungen muss er deshalb besser verstehen. Lerndreieck ![]() Im gesellschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff des Lernens meist mit eigens dazu veranstalteten, am schulischen Lernen orientierten Lernsituationen gleichgesetzt. Betrachtet man jedoch die Ebenen, auf denen Lernen stattfindet, so zeigt sich, dass dieses organisierte, veranstaltete Lernen nur einen Teilbereich persönlichen Lernens umfasst. Ebene des Veranstalteten Lernens Bestimmte Inhalte werden von einem Lehrenden einem Lernenden vermittelt. Dies geschieht in geordneter, systematisierter Form, in einem didaktischen Arrangement - also in einer eigens für Lernzwecke geschaffenen Sondersituation. Charakteristisch ist weiter, dass es an einem eigens für Lernzwecke geeigneten Lernort stattfindet. Die Lerninhalte sind auf spätere Verwendung bezogen, die Lernumstände sind organisiert und verwaltet. Diese Art des Lernens ist überwiegend kognitiv, die Übertragung des Gelernten in die Praxis ist ein eigener Schritt, den der Lernende anschließend zu bewältigen hat. In Weiterbildungszusammenhängen kann man das Lernen in Weiterbildungsstätten, den PC-Schulungen und Kursen in Seminarräumen diesem Bereich zuordnen. Ebene des Erfahrungslernens Neben der Ebene des veranstalteten Lernens gibt es die Ebene des Lernens vom Leben. Das Lernen geschieht hier aus Erfahrungen mit und in Lebens- und Arbeitssituationen, im Rahmen der tätigen Bewältigung der Anforderungen der jeweiligen Aufgaben. Der Geplantheit des veranstalteten Lernens steht hier die Komplexität, Ungeordnetheit und Situativität von Lebens- und Arbeitssituationen gegenüber, in deren Rahmen der Lernende seine Erfahrungen macht und anschließend reflektieren und verarbeiten muss, um aus der Situation heraus das zu lernen, was er zu ihrer Bewältigung benötigt. Im Unterschied zum Lernort des veranstalteten Lernens kann man hier von Lernumständen oder von einem Lernmilieu sprechen. Das Lernen ist hier auf die aktuelle Bewältigung der Situation und auf die aktuelle Verwendung des zu Lernenden bezogen. Lernmedien sind immer die jeweils zu bearbeitenden Gegenstände, die dazu benötigten Werkzeuge und Materialien. Man kann durch sie vermittelt lernen, sie sind aber nicht zu Lernzwecken konzipiert. (Wie haben Sie telefonieren gelernt? Wie, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden?) In Aus- und Weiterbildungszusammenhängen entspricht dieser Lernebene eher die Ausbildung am betrieblichen Lernort, das Lernen anhand der Erfahrungen in der Praxis. Wenn es auch hier Situationen geben mag, in denen der Meister oder Fachvorgesetzte eigens für Lernzwecke veranstaltete Aufgaben stellt (übe einmal eine Zeitlang Gewinde zu bohren / mit dem PC umzugehen o.ä.), sind dies doch eher die Sondersituationen. Moderne Weiterbildung am Arbeitsplatz bedeutet aber viel mehr: Der Vorgesetzte ermöglicht Arbeits-/Lernsituationen, er nimmt Einfluss auf die Umstände, unter denen der Lernende die relevanten Fähigkeiten bilden kann. Er konstruiert nicht künstlich Lernsituationen, sondern führt den sich Qualifizierenden so an die in der Praxis tatsächlich vorkommenden Situationen heran, dass er hier Erfahrungen machen und die Erfahrungen anschließend verarbeiten kann. Die Verarbeitung der Erfahrungen in einem Auswertungsgespräch sind ein wesentliches Element, dass Lernen in der Situation überhaupt stattfinden kann. Aus realen Arbeitserfahrungen lernen kann nur, wer diese Erfahrungen anschließend auch verarbeitet, seine Schlussfolgerungen zieht und sich überlegt, was er demnächst anders, besser machen könnte. Der Lernprozessbegleiter bringt den Lernenden also mit Ereignissen aus dem Tagesgeschehen in Verbindung und begleitet ihn in seinem erfahrungsbezogenen Lernprozess, in dem dieser lernt, vom Leben zu lernen und damit unabhängig wird von Menschen, die ihn in seinem Lernprozess führen und steuern. |
|||||
| Ebene des Selbstbestimmten Lernens Jeder Mensch absolviert im Laufe seines biografischen Werdegangs Prozesse selbst auferlegten Lernens, innerhalb derer ganz bewusst daran gearbeitet wird, bestimmte Fähigkeiten zu erwerben (ich möchte endlich unabhängig von meinem Elternhaus leben können o.ä.), bestimmte Eigenschaften zu entwickeln oder abzuschleifen. Charakteristisch für dieses Lernen ist, dass der Lernende sich die Ziele seiner Bemühungen - ob nun bewusst oder unbewusst - selbst setzt. Auch dann sind äußere Umstände, die scheinbar zum Lernen zwingen, wie etwa ein Autounfall, ja in der Regel Folgen eigener Handlungen, Unterlassungen usw.). In diesem biografischen Lernen, man könnte es auch als Schicksalslernen bezeichnen, bildet und entwickelt sich die persönliche Individualität. Auch diese Ebene wird in Bildungszusammenhängen berührt. Erfahrungen, die der Lernende macht, können ihn dazu veranlassen, sich bestimmte persönliche Fähigkeiten, wie z.B. Geduld, als Lernziele vorzunehmen, weil er sonst z.B. befürchtet, Anforderungen des Berufslebens nur schwer bewältigen zu können. Er kann aber auch Lernziele entwickeln und verfolgen, die nicht unmittelbar verwendungsbezogen sind (sich weiterbilden, um innerlich in Bewegung zu bleiben o.ä.). Der eigene Entschluss (ich will diese und jene Fähigkeiten entwickeln) ist wichtige Voraussetzung, dass persönliche Fähigkeiten wirklich integriert werden und nicht nur äußerlich antrainiert werden. Im Rahmen dieses Lernprozesses geht es also darum, ganz persönliche Lernmotivation zu entwickeln, um an sich selbst arbeiten zu wollen. Auch dabei können Lernprozessbegleiter die Kandidaten unterstützen: Im Auswertungs- und im Planungsgespräch, in der Reflexion kann auch die Ebene der ganz persönlichen Erfahrungen, der eigenen Ziele des Lernenden, seiner Schwierigkeiten mit sich selbst usw. angesprochen werden, um ihn bei diesem Schritt, ganz persönliche Lernziele und -motivation zu entwickeln, zu unterstützen. Wichtig ist jedoch, dass der Kandidat selbst erkennt, wo, in welchen Bereichen seiner persönlichen Fähigkeiten, er noch an sich arbeiten will. |
|||||
|
© 2005,
|