Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke


Kategorien zum Verhältnis von Arbeiten und Lernen

Lernen kann im Verhältnis zu Arbeitsprozessen in unterschiedlichen Graden (z.B. Simulation bis Echtarbeit) gestaltet werden.

Die folgende Aufstellung erklärt die derzeit gebräuchlichen Kategorien, wie Arbeiten und Lernen in Beziehung stehen:

Arbeitsorientiertes Lernen
Arbeitsgebundenes Lernen
Arbeitsprozessintegriertes Lernen

Als Lernprozessbegleiter können Sie die Kandidaten ermutigen dies beides stark miteinander zu verknüpfen. Es ist ökonomisch und mit Ihrer Unterstützung auch, unter Lerngesichtpunkten, fruchtbar.

Das Prinzip, das der Lernprozessbegleitung zugrunde liegt und das Handeln des Lernprozessbegleiters prägt, während er den Kandidaten individuell beim Lernen unterstützt, lautet:

Lernen kann nur der Kandidat selber, er ist der Souverän seines Lernprozesses.

Zur Präzisierung dieser Zielrichtung sollen kurz unterschiedliche Annäherungsgrade an die Arbeitsrealität dargestellt werden, die vom arbeitsorientierten zum arbeitsgebundenen Lernen reichen. Sie stellen den heute notwendigen Wandel und Übergang von einem stark organisiert–formalen Lernen zu non-formalen Lernprozessen dar, und sie zeigen gleichfalls die stärkere Betonung von aktiven Handlungs-, Erfahrungs- und Reflexionsanteilen beim Lernen auf, die für die Zukunft und in innovativen Branchen benötigt werden.

Arbeitsorientiertes Lernen
Beim arbeitsorientierten Lernen werden Arbeitsprozesse simuliert, um die Komplexität oder den Schwierigkeitsgrad zu verringern. Sie finden häufig in Bildungszentren, Lernbüros oder in der Produktionsschule statt. Sie werden bei Weiterbildungsprojekten und bei auftragsorientiertem Arbeiten und Lernen eingesetzt, wie auch bei Hospitationen. Die Erfahrungen, die dabei gemacht werden, bauen sich individuell akkumulativ („angesammelter Erfahrungsschatz“) auf.

Arbeitsgebundenes Lernen
Beim arbeitsgebundenen Lernen wird in realen Arbeitssituationen gehandelt. Die dort eingesetzten Lernformen variieren sehr stark und können von der systematischen Instruktion, der Unterweisung bis zum Learning by doing reichen. Es werden situative, offene Arbeitslernformen wie Qualitätszirkel und Workshops gewählt.

Arbeitsprozessintegriertes Lernen
Handeln und Lernen werden im Arbeitsprozess miteinander verbunden, dabei wird erfahrungsgeleitet gearbeitet. Das Lernen ergibt sich aus den Anforderungen der Arbeit und erfolgt selbstgesteuert bzw. sogar selbstorganisiert. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden gezielt und systematisch prozessbegleitend beobachtet und reflektiert.


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