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Fachkräftemangel

Obwohl der Fachkräftemangel in der Gesellschaft teilweise noch umstritten ist und als eher zukünftiges Thema gesehen wird, verspüren ihn die ITK-Unternehmen bereits heute.

57% der Unternehmen sind heute schon betroffen. Für 50% bedeutet der Fachkräftemangel bereits ein großes oder sogar ein sehr großes Problem. 61% der Unternehmen konnten offene Stellen nicht oder nicht rechtzeitig besetzen. Diese Angaben stammen aus der BITKOM-Umfrage zum Fachkräftemangel, die Ende 2006 durchgeführt wurde.

Aus der genannten Studie ergeben sich als Gründe für die schwer gelingende Besetzung offener Stellen, dass entweder nicht genügend Bewerber zur Verfügung standen oder die Qualifikation der Bewerber nicht den Anforderungen entsprach. Auch die mangelnde regionale Flexibilität oder unrealistische Gehaltforderungen standen einer Einstellung entgegen. Ergänzt wird die Liste der Hinderungsgründe durch mangelnde Fachkenntnisse, mangelnde Berufserfahrung und mangelnde soziale Kompetenzen. Derzeit sucht die Branche überwiegend:

  • Softwareentwickler
  • IT-Projektmanager
  • IT-Berater
  • Vertriebsmitarbeiter
  • IT-Administratoren
  • IT-Service-Manager
  • IT-Manager
  • IT-Sicherheitsexperten

 

Zur Erläuterung ist anzumerken, dass die befragten Unternehmen überwiegend aus dem IT-Dienstleistungs- und Softwarebereich entstammten. Hardware-Fachleute werden zwar ebenfalls gesucht, aufgrund des befragten Branchensegmentes jedoch in eher geringer Anzahl.

Wie begründet sich nun das Problem des Fachkräftemangels?

  1. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in den IT-Berufen geht zurück.
  2. Die Zahl der Studienanfänger im Studienbereich Informatik geht zurück.
  3. Die Studienabbrecherquote im Studienbereich Informatik liegt noch immer bei 60%.
  4. Der verfehlte Umgang mit älteren Mitarbeitern seit den 1990er Jahren.

 

Zu 1. Seit dem Zusammenbruch des New Economy-Hypes ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse (siehe Abbildung 1) zurückgegangen. Dies kann schlicht an der verminderten Zahl der ausbildenden Unternehmen und/oder an dem nachlassenden Interesse der Jugendlichen liegen.

Zu 2. Relativ parallel zur Zahl der Ausbildungsverhältnisse ist auch die Zahl der Studienanfänger im Studienbereich Informatik zurückgegangen (siehe Abbildung 2). Da sich die Anfängerzahlen der ingenieurwissenschaftlichen Fächer parallel dazu entwickeln, deutet die Entwicklung eher auf ein nachlassendes Interesse hin (siehe Abbildung 3).

Zu 3. Aufgrund der hohen Studienabbrecherquote, die sich aufgrund der Absolventenzahlen des Jahres 2006 leider wieder bestätigt hat, kommen nur 40 von 100 Studienanfängern als fertig ausgebildete Informatiker in der Berufswelt an. Der Anteil ist viel zu gering, um den Bedarf zu decken.

Zu 4. Seit den 1990er Jahren hat die Wertschätzung älterer Mitarbeiter durch den frühen Eintritt in den Ruhestand abgenommen. Damit hat auch die Beschäftigung der älteren Mitarbeiter abgenommen. Diese müssen in den nächsten Jahren wieder auf das notwendige Kompetenz- und Wissensniveau gebracht werden, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.


 

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08.09.2008 | © 1999-2006 by KIBNET Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerk | info@kibnet.org