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AITA e.V. fördert Kooperation beim Azubiaustausch - Firmen zeigen Eigeninitiative bei der IT-Ausbildung

Eigentlich ? ja eigentlich absolviert Stefanie Unsöld eine Ausbildung als Fachinformatiker. Und ihr Ausbildungsplatz ist in der Firma Klar Automation GmbH in Lonnerstadt. Von Zeit zu Zeit wechselt sie allerdings einfach das Unternehmen ? und tauscht den Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Und nicht nur das: Sie nimmt auch an speziellen Kursen und Trainings für deren Auszubildenden teil, die dort angeboten werden. Dafür hat sie nicht nur die Zustimmung ihrer Chefin, sondern auch deren Unterstützung. Denn Susanne Klar ist nicht nur Gesellschafterin der Klar GmbH, sondern auch Vorsitzende des Vereins ?Arbeitskreis IT Ausbildung e.V? (AITA).

Verein als Aktionsplattform

Theorie empfinden Auszubildende oft als notwendiges Übel. AITA bemüht sich deshalb, wenn möglich, junge Leute so früh wie möglich an praktische Projekte heranzuführen. Eines davon ist die Gestaltung der Vereins-Website, die drei Auszubildende von drei Unternehmen konzipiert und gebaut haben und die auch jetzt von Nachwuchskräften betreut wird.

Die Förderung der Berufsausbildung in den IT-Berufen im Raum Nürnberg hat sich AITA auf die Fahnen geschrieben und geht dafür auch schon mal unkonventionelle Wege. Zum Beispiel mit dem Azubiaustausch zwischen den Vereinsmitgliedsfirmen. ?Über unsere Homepage oder bei den regelmäßigen Treffen bieten wir ausbildungsrelevante Themen und Kurse an, die für andere Unternehmen und deren Auszubildende interessant sein könnten?, sagt Susanne Klar. Dahinter steht der Gedanke einer Hilfe zur Selbsthilfe: Es geht um Geben und Nehmen von Information und Wissen. Auf diese Weise hat Stefanie Unsöld, Azubi im zweiten Lehrjahr, schon mehrfach nicht nur andere Betriebe kennen lernen können, sie hat sich auch Wissen erarbeitet, was ihr Berufsschule oder eigener Ausbildungsbetrieb nicht oder nicht in dieser Form geben können. ?Als Fachinformatikerin habe ich mich auf Anwendungsentwicklung spezialisiert?, sagt die 26jährige. ?Deshalb fand ich es auch besonders spannend, in einem anderen Unternehmen Themen und Bereiche kennen zu lernen, die entweder für die Abschlussprüfung interessant sind oder die ganz neue Perspektiven für den späteren Beruf eröffnen.? Rund eine Woche, je nach Thema und Inhalt, dauert ein solcher Austausch wie der, an dem die junge Frau zuletzt teilgenommen hat. Bei der up2date solutions GmbH in Nürnberg ging es um das Kennenlernen von Architektur, die Konfiguration und die Verwaltung von Datenbanken. ?Außerdem haben wir zu viert einige SQL-Grundlagen erlernt und wir haben uns mit Oracle Datenbankstrukturen und ?objekten beschäftigt?, ergänzt Stefanie.

Nutzen für alle Beteiligten
Das Prinzip, das hinter allem steht heißt Kooperationen und damit ein Gewinn für alle. Ressourcen sollen sinnvoll genutzt und Kosten eingespart werden ? ein Angebot, von dem vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen profitieren können. Aber nicht nur: So hat sich zum Beispiel auch schon die Sparda Datenverarbeitung. e.G, IT-Dienstleister der Sparda-Bankengruppe, an einem solchen Austausch beteiligt, weil bei einer geplanten hausinternen Schulung für Auszubildende noch etliche Plätze frei waren.
?Wir wollen schnell und flexibel auf die Bedürfnisse der Unternehmen hier in der Region reagieren und eine Zusatzleistung zu dem bieten, was das duale System bieten kann?, sagt die erste Vorsitzende des Vereins, Susanne Klar. ?Solch feste Strukturen oder geregelte Ausbildungspläne, wie es sie bei Verbundausbildungen gibt, lehnen wir für uns ab.?
Neben dem Azubiaustausch engagiert sich AITA noch in anderen Bereichen, etwa bei der Vorbereitung der Auszubildenden auf die IHK-Prüfung. ?So etwas wird hier in der Region nicht angeboten und viele kleinere Unternehmen könnten es sich nicht leisten, eigene Kurse auf die Beine zu stellen?, heißt es bei AITA. So hat der Verein eine drei Monate dauernden Kurs organisiert, der auch Nichtmitgliedern offen steht. Ein erfahrener Trainer und Praktiker bereitet die jungen Leute auf die schriftliche Prüfung gründlich vor. Und auch für das Mündliche wird geübt: Mit Videoaufnahmen strukturieren und erproben die Teilnehmer ihre Projektpräsentation für den ?Ernstfall?. ?Neben solchen konkreten Aktivitäten ist für uns als Unternehmen das Wichtigste einfach der regelmäßige Informationsaustausch der Mitglieder?, stellt Susanne Klar heraus. Da die Aus- und Weiterbildung in der IT immer komplexer wird, wollen sich die beteiligten Firmen über neue und andere Lösungen informieren, um so Synergien zu entdecken und Anregungen für eigenen Ausbildungsplanungen zu bekommen ? der Verein bildet dazu die Basis.

Ergänzung zum dualen System
Die Größe der Gruppe macht eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema und den einzelnen Teilnehmern möglich ? ein großer Vorteil, wie Uwe Waffenschmidt, Managing Director der Firma up2date solutions GmbH in Nürnberg, findet. Er hat mit den Nachwuchskräften nun schon zum zweiten Mal eine Datenbankschulung durchgeführt und weiß: ?Gefragt ist eine praxisnahe, projektorientierte Schulung, kein staubtrockener Unterricht.? Und so setzt er bei seinen Kursen auch immer an den konkreten Aufgaben des Unternehmens oder den speziellen Wünschen der Azubis an.
Für sein eigenes junges Unternehmen, das erst seit vier Jahren besteht und Softwarelösungen entwickelt, sieht er ganz klare Vorteile in der Zusammenarbeit im Verein und solchen Projekten wie dem Austausch. ?Als Gründer hatten wir zunächst wenig Erfahrung mit dem Thema Ausbildung, wollten uns als Unternehmen aber gerne engagieren?, schaut er zurück. ?Dass wir vor der Flut an bürokratischen Regeln und Bestimmungen nicht abgeschreckt worden sind, hat auch damit zu tun, dass wir uns mit anderen Firmen zusammensetzen und uns mit Praktikern und erfahrenen Kollegen aus der Branche beraten konnten?.

Den Austausch von Auszubildenden möchte Waffenschmidt gerne noch forcieren und mehr Firmen vom Nutzen überzeugen. Denn gelingen kann das Projekt nur, wenn alle Mitglieder Engagement zeigen. Und das wird nicht dem Zufall überlassen. ?Gleich zu Beginn vereinbaren wir, wo und zu welchen Konditionen der Gegenaustausch stattfindet?, erklärt die AITA-Vorsitzende Susanne Klar. So lädt sie die interessierten Firmen und deren Azubis zu einer rund einwöchigen Programmierschulung ein, bei der im Mittelpunkt Java, C und C++ stehen. ?Programmierkenntnisse sind für unseren Betrieb sehr wichtig und wir vermitteln sie unserem Nachwuchs schon recht früh. Warum sollten andere nicht davon profitieren??, fragt sie.

Neben dem Azubiaustausch engagiert sich AITA noch in anderen Bereichen, etwa bei der Vorbereitung der Auszubildenden auf die IHK-Prüfung. ?So etwas wird hier in der Region nicht angeboten und viele kleinere Unternehmen könnten es sich nicht leisten, eigene Kurse auf die Beine zu stellen?, heißt es bei AITA. So hat der Verein eine drei Monate dauernden Kurs organisiert, der auch Nichtmitgliedern offen steht. Ein erfahrener Trainer und Praktiker bereitet die jungen Leute auf die schriftliche Prüfung gründlich vor. Und auch für das Mündliche wird geübt: Mit Videoaufnahmen strukturieren und erproben die Teilnehmer ihre Projektpräsentation für den ?Ernstfall?. ?Neben solchen konkreten Aktivitäten ist für uns als Unternehmen das Wichtigste einfach der regelmäßige Informationsaustausch der Mitglieder?, stellt Susanne Klar heraus. Da die Aus- und Weiterbildung in der IT immer komplexer wird, wollen sich die beteiligten Firmen über neue und andere Lösungen informieren, um so Synergien zu entdecken und Anregungen für eigenen Ausbildungsplanungen zu bekommen ? der Verein bildet dazu die Basis.


 

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