Das KIBNET-Logo
KIBNET-Services
Link zum Bundesministerium für Bildung und Forschung
KIBNET wird durch das BMBF gefördert
  • Textgröße normal
  • Textgröße groß
Erfolgreich durch APO IT qualifizierte Mitarbeiter

Literaturtipps

Eine Auswahl von Veröffentlichungen im Kontext von APO IT

Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung - APO IT

Home

Arbeiten und Lernen in betrieblichen Projekten: Mut zu neuen Wegen in der Weiterbildung

Marvin Müller und Horst Severin haben es bald geschafft: Nach ihrer Weiterbildungsmaßnahme dürfen sie sich „IT-Spezialist“ nennen. Aber sie haben dann nicht nur den bloßen Nachweis bestimmter Kenntnisse erbracht, sondern ihre Fähigkeiten auch in der betrieblichen Praxis unter Beweis gestellt. Denn die beiden, angehender Systemadministrator der eine und Netzwerkadministrator der andere, konnten an einem neuen IT-Weiterbildungssystem teilnehmen, der „Arbeitsprozessorientierten Weiterbildung“ (APO-IT).

Warum er ausgerechnet diese Art von Qualifizierung gewählt hat, die für ihn mit der Zertifizierung zum Systemadministrator endet? Marvin Müller, bis vor kurzem noch Zeitsoldat und ausgebildeter Informatikkaufmann, begründet das so: „Betriebe wollen individuelle Lösungen für konkrete Probleme und keine graue Theorie.“ Und genau das bietet das neue System: Die Teilnehmer können und sollen ihre Handlungskompetenz zeigen und die Fähigkeit beweisen, Arbeiten und Lernen zusammen zu bringen. Einen Teil seiner einjährigen Fortbildung hat Müller deshalb in der EDV-Abteilung der Diana-Klinik in Bad Bevensen verbracht und an einem realen Projekt gearbeitet, der Einrichtung eines Linux -Servers für Verzeichnisdienste auf der Basis des Lightweight Directory Access Protocoll (LDAP).

Doch bevor es überhaupt zu diesem Projekt gekommen ist, hat der 33jährige schon viele Schritte auf dem Weg zum Ziel, der Zertifizierung als Systemadministrator, zurück gelegt. Und die musste er nicht alleine gehen. Denn angeboten, koordiniert und begleitet wird diese Weiterbildung von UECON.net. Hinter dem Kürzel steht ein eingetragener Verein im niedersächsischen Uelzen, „der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bildungslandschaft zu erweitern“, sagt die Vorsitzende, Loni Franke. Aus der eigenen beruflichen Erfahrung wussten die Vereinsmitglieder, dass viele Unternehmen bei ihrer Personalsuche nach dem Motto verfahren – „zeig, dass Du es kannst, dann bekommst Du eine Chance“. Ein Grund mehr für UECON.net , sich für junge Leute ohne Berufsabschluss oder Quereinsteiger einzusetzen, um ihnen durch eine solide Qualifizierung den Zugang zu einem IT-Beruf zu verschaffen. Und ein Grund, warum sich der Verein auch sehr frühzeitig bei der APO IT engagiert hat

Ein Verein als Bildungsträger

Gegründet wurde der UECON.net von Politikern, Unternehmern, Leitenden Angestellten, Pädagogen und Freiberuflern, um mehr und andere Bildungsangebote in der Region zu machen. Mehr Informationen über den Verein, seine Bildungsangebote und aktuelle Veranstaltungen unter

http://www.uelzen-convalley.de

Das sieht derzeit so aus: In Kooperation mit dem örtlichen Arbeitsamt betreut UECON.net eine Maßnahme, in der 20 Teilnehmer ein Jahr lang zu Netzwerk- oder Systemadministratoren ausgebildet werden, wobei die Kosten vom Europäischen Sozialfonds und dem Arbeitsamt übernommen werden. „Im Rahmen dieser Maßnahme akquirieren wir bei Firmen, Behörden oder Öffentlichen Einrichtungen Projektgeber, die an dem neuen Weiterbildungssystem und den Spezialistenprofilen Interesse haben“, erklärt Rainer Pogrzeba, Projektbetreuer bei UECON.net. Dass sich von den 20 Teilnehmern nur drei, darunter Müller und Severin, letztendlich für eine Weiterbildung gemäß der APO IT und der anschließenden Personalzertifizierung entschieden haben, hat einen Grund. „Etliche ankündigte Firmenprojekte haben sich dann doch nicht als tauglich für die spätere Zertifizierung erwiesen“, so Pogrzeba.

Alte Zöpfe sollen abgeschnitten werden
Auch Andreas Wiens, Leiter der EDV-Abteilung der Diana-Klinik, wurde auf die Maßnahme aufmerksam und erklärte sich bereit, ein Projekt zur Verfügung zu stellen, wobei er Art und Umfang mit UECON.net und Marvin Müller abgestimmt hat. „Wir sind Neuerungen in der IT-Landschaft gegenüber immer aufgeschlossen“, sagt Wiens. „Außerdem bringt es unserem Unternehmen nur Nutzen, wenn unsere vorgegebenen Projekte, wie zum Beispiel die Installation des LDAP-Servers, auf diese Weise umgesetzt werden.“ Das neue IT-Weiterbildungssystem bewertet der EDV-Leiter positiv, auch mit Blick auf die Arbeitsmarktchancen der Teilnehmer: Für ihn zählt zwar bei der Einstellung zuerst die Berufserfahrung. „Die Kombination des erlernten Berufes, zum Beispiel des Informatikkaufmanns, mit einer zusätzlichen Qualifikation des System- oder Netzwerkadministrators ist aber schon eine gute Kombination. Und die Chance auf einen Einstellung wird mit jeder Qualifikation größer.“

Mehr über APO IT und Personalzertifizierung

finden Sie bei der

Bevor Marvin Müller sein Projekt konkret starten konnte, musste er zunächst eine Projektbeschreibung mit einer Projektskizze anfertigen und bei der Berliner Cert-IT GmbH prüfen lassen, die die Personalzertifizierung der IT-Spezialisten vornimmt. „Nachdem die Projektgenehmigung vorliegt, wird dann der Antrag auf Personalzertifizierung bei Cert-IT gestellt“, informiert Rainer Pogrzeba über den nächsten Schritt. Liegt die Zulassung vor, dann geht es an die konkrete Aufgabe, die Durchführung eines eigenständigen Projekts, das am Arbeitsplatz prozessorientiert erarbeitet und dokumentiert werden muss. Auch dabei werden die Teilnehmer nicht allein gelassen. Nicht nur bei Marvin Müller, auch bei Horst Severin, der sein Projekt „Grundschule ans Netz“ genannt hat, steht jeweils ein fachlicher Berater, der inhaltlich in das Projekt eingebunden ist und ein Lernprozessbegleiter, der die Weiterbildung unterstützt, von UECON.net mit Rat und Tat per Mail, Telefon und persönlich zur Verfügung, um offene Fragen zu klären.

Horst Severin, ausgebildeter IT-Systemkaufmann, stellt zum Beispiel gerade die Dokumentation fertig, die er bei der Prüfung und dem Fachgespräch mit Cert-IT vorlegen muss und bei deren Aufbau, Gliederung und Gestaltung der Lernprozessbegleiter zur Seite steht. Im Gespräch mit den Prüfern wird Severin die Gelegenheit haben, sein Projekt, den Aufbau eines schulinternen Netzwerks an der Grundschule Suderburg, ausführlich vorzustellen. „Ich war außerdem verantwortlich für Organisation, Verhandlung mit Zulieferern und das selbstständige Beschaffen von Material und Ausrüstung“, zählt Severin auf. „Eben genauso, wie später in einem andern Unternehmen auch.“ Durch die Weiterbildung und die Zertifizierung rechnet er sich bessere Chancen für seine Jobsuche aus. „Das, was ich hier gemacht habe, zum Beispiel neben der Einrichtung der Technik auch die Unterweisung der Lehrer, kann ich als Referenz gut gebrauchen“, glaubt er.

Stipendien für IT-Qualifizierung

Neben der APO IT bietet UECON.net auch noch andere Weiterbildungsmöglichkeiten und Stipendien für Quereinsteiger an, die sich in einem IT-Beruf qualifizieren wollen. Bewerbungsformular unter

http://www.uelzen-convalley.de/aktionen/bewerbungen.htm

Dass diese auf die konkreten betrieblichen Belange abgestellte Weiterbildung den Teilnehmern hilft, eine Stelle zu finden, davon ist auch die Vorsitzende von UECON.net überzeugt. „Diese Art der Qualifizierung kommt gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen zugute, die sich keine großen Investitionen in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter leisten können oder wollen“, glaubt Loni Franke. „Und dass wir langfristig ohnehin nicht daran vorbei kommen, in der Weiterbildung alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu gehen, weil die Anforderungen an die Mitarbeiter in der IT immer spezifischer werden“. Eines steht fest: Auch 2004 will UECON.net in jedem Fall weiter in Kooperation mit dem örtlichen Arbeitsamt und den Betrieben der Region das neue IT-Weiterbildungssystem anbieten.


 

Top | Druckversion | Artikel versenden | Feedback

01.12.2008 | © 1999-2006 by KIBNET Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerk | info@kibnet.org