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Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung - APO IT

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Das neue Weiterbildungssystem ist komplett: Personalzertifizierung auf internationalem Niveau

Lebenslanges Lernen ist heute eine Selbstverständlichkeit – das gilt erst recht in der IT-Branche, wo zwei Drittel aller rund 1,5 Millionen Fachkräfte Quereinsteiger ohne qualifizierten Abschluss sind. Dem sollen die 29 neuen Fortbildungsprofile für „Spezialisten“ ein Ende setzen, die mehr Vergleichbarkeit in den „Dschungel“ der Abschlüsse, Qualifikationen und Berufsbezeichnungen bringen sollen.

Mehr zu CERT-IT

Wer steht hinter CERT-IT? Getragen wir die neue Zertifizierungsstelle von prominenten Partnern. Dazu gehören sowohl der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) als auch der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI), die Gewerkschaften IG Metall und ver.di und schließlich die Gesellschaft für Informatik (GI) und die Fraunhofer Gesellschaft (FhG). Informationen über die Arbeit und die Anmeldung zur Zertifizierung unter www.cert-it.com.

Mehr Infos zur arbeitsprozessorientierten Weiterbildung unter www.apo-it.de.

Doch wirklich vergleichbar sind Profile und Titel nur dann, wenn sie auf transparenten Qualitätsstandards mit breiter Anerkennung basieren – wie zum Beispiel bei einer Zertifizierung auf der Basis internationaler Normen. Diese Aufgabe, die Personalzertifizierung der IT-Spezialisten, hat nun als erste von der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) anerkannte Stelle die CERT-IT GmbH in Berlin übernommen. „Damit ist das neue Weiterbildungssystem jetzt komplett“, freut sich deren Geschäftsführer Stefan Grunwald.

Diese Zertifizierung ist anders als andere, denn hinter ihr steckt das Konzept der „arbeitsprozessorientierten Weiterbildung“ (APO). Was das heißt? Thoralf Freitag, stellvertretender Leiter von CERT-IT, klärt auf: „Das Wichtige bei der Qualifizierung am Arbeitsplatz ist, das hier der Nachweis eines eigenverantwortlichen Handelns erbracht werden kann.“ Nicht so sehr das klassische, abprüfbare Wissen steht im Vordergrund, sondern Handlungskompetenzen und die Fähigkeit, Arbeiten und Lernen in realen betrieblichen Projekten zusammen zu bringen.

Wie sieht die Praxis aus?
Vor den Erfolg, also das begehrte Zertifikat, haben die Fachleute in Berlin den Beweis von Können und Handeln gesetzt. Und um den zu erbringen, muss der Kandidat genau vorgegebene Schritte einhalten. Zunächst werden die formalen Zulassungsvoraussetzungen geprüft. Dazu gehört entweder ein Berufsabschluss in einem Beruf des IT-Bereichs oder ein sonstiger Berufsabschluss und eine mindestens einjährige Berufspraxis in der IT. „Alternativ besteht auch noch die Möglichkeit, eine mindestens vierjährige Berufserfahrung in der Branche nachzuweisen“, ergänzt Thoralf Freitag. „Das ist besonders wichtig für diejenigen, die wir ja gerade mit diesem Modell ansprechen wollen – nämlich alle, die sich als Quereinsteiger Erfahrung erworben haben, aber noch ohne qualifizierten Abschluss dastehen.“ Im weiteren Verlauf muss der Zertifizierungswillige innerhalb von 24 Monaten ein Projekt erarbeiten und prozessbegleitend dokumentieren – und zwar an seinem Arbeitsplatz. „Das ist sicher ein ganz neuer Ansatz in der Weiterbildung“, ergänzt Cert-IT-Geschäftsführer Stefan Grunwald. „Aber für uns besonders wichtig, weil wir nach dem Grundsatz - aus der Praxis - für die Praxis arbeiten.“

Der Weg zum Zertifikat
Bei der Projektarbeit ist der Kandidat nicht allein auf sich gestellt: Ihm steht ein „fachlicher Berater“, meist aus dem unmittelbaren betrieblichen Umfeld, zur Seite. Er ist inhaltlich das Projekt eingebunden und gibt dem Teilnehmer Hilfe, damit der die Lösung eigenständig erarbeiten und umsetzen kann. Die Aufgabe des „Lernprozessbegleiters“ dagegen besteht darin, den zukünftigen Spezialisten in seinem Qualifizierungsprozess zu unterstützen. Er kann aus der internen Weiterbildungsabteilung des Betriebes, oder von einem externen Bildungsdienstleister stammen oder auch der fachliche Berater sein. Der Lernprozessbegleiter und soll den Weiterbildungsteilnehmer methodisch bei der Reflexion über seine Arbeit begleiten. So unterstützt er den Kandidaten bei der Gliederung und Durchführung des Projekts und berät bei der Dokumentation.

Wenn die erstellt und bei CERT-IT eingereicht wurde, beginnt die eigentliche Prüfung. Zunächst bewerten die Prüfer die Inhalte, das Niveau und den Nachweis der geforderten Handlungskompetenz. Dann folgt das Fachgespräch mit einer Dauer von rund einer Stunde. Hier bekommt der Kandidat die Chance, sein Projekt noch einmal selbst ausführlich zu präsentieren, bevor er sich den Fragen der Prüfer stellen muss.

„Nicht nur an die Kandidaten, auch an die Prüfer werden hohe Anforderungen gestellt“, sagt Thoralf Freitag. Denn wer für Cert-IT tätig werden will, muss nicht nur seine Erfahrung als Prüfer nachweisen, sondern auch einen akademischen Abschluss und mindestens vier Jahre Berufserfahrung in der IT oder alternativ sechs bis acht Jahre Erfahrung mitbringen. „Aktuelle Kompetenz mindestens auf Spezialistenniveau ist selbstverständlich“, ergänzt Freitag, der für Cert-IT noch weitere qualifizierte Prüfer sucht.

Blick über den Tellerrand hinaus
Einer der ersten Kandidaten, die das Zertifikat schon in der Hand haben, ist Andreas Wißkirchen, der bei der Deutschen Telekom AG T-Com in Köln als Systemtechniker im Bereich Netze tätig ist. Weiterbildung ist für den ausgebildeten Kommunikationselektroniker nichts Neues: Schließlich hat er auch schon den Abschluss als Cisco Certified Networking Associate (CCNA) erworben. Sein Arbeitsschwerpunkt ist das Netzmanagement, das bei der Telekom zur Steuerung der Übertragungstechnik eingesetzt wird. Und durch das Zertifikat, dass er gerade erworben hat, darf sich Andreas Wißkirchen nun auch Netzwerkadministrator nennen. Seine Einschätzung der Zertifizierung lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: „Das würde ich würde sofort wieder machen."

Sechs Monate lang hat Wisskirchen an seinem Projekt mit dem Titel „Bauen und Betreiben des Managementnetzes XDCN“ gearbeitet und dabei den berühmten Blick über den Tellerrand gewagt. Dazu gehörte für den Kölner die Information und Recherche bei Kollegen aus anderen Unternehmensbereichen in Bremen und Detmold, wo er einen Blick hinter die Kulissen werfen durfte. „Fachlich habe ich vor allem in Bereichen profitiert, die sonst nicht direkt zu meinem täglichen Geschäft gehören, aber immer wichtiger werden - wie etwa bei unerlaubten An- und Eingriffen in das Netz oder bei Zugangskontrollen." Und er räumt freimütig ein, dass Techniker dazu neigen, eher wenig zu dokumentieren. „Aber da genau das in der Zertifizierung sehr wichtig ist, habe ich hier gute Fortschritte gemacht."

Neben der fachlichen hat für Andreas Wißkirchen aber auch die persönliche Weiterbildung eine große Rolle gespielt. „Ich habe manches dazu gelernt - zum Beispiel, wie ich einen Workshop für Kollegen organisieren kann", freut er sich. Und was war nun für ihn das Wichtigste an der Zertifizierung? „Das Nachdenken, die Auseinandersetzung mit meiner Arbeit und den Prozessen, die sie bestimmen", sagt er ohne Zögern

Arbeitsämter lassen IT-Weiterbildung prüfen

Ob Bildungsmaßnahmen im IT-Bereich von den Arbeitsämtern nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) gefördert werden, hängt ab sofort auch von der Prüfung der akkreditieren Personalzertifizierungsstellen ab. Bildungsdienstleister können die notwendigen Gutachten über CERT-IT erstellen lassen.

Wieviel, wie lange?
Wer sich, wie Andreas Wißkirchen, zertifizieren lassen möchte, auf den kommen Kosten zu. Das komplette Zertifizierungsverfahren, das durch die beiden internationalen Normen DIN/EN 45013 und ISO/IEC 17024:2002 bestimmt wird, schlägt mit rund 1000 Euro zu Buche. Das Zertifikat hat grundsätzlich eine Gültigkeit von drei Jahren, wenn der Inhaber nach anderthalb Jahren nachweist, dass er weiterhin eine Tätigkeit entsprechend seinem Profil ausübt.

Das Modell scheint bei Betrieben und Mitarbeitern gut anzukommen: „In Kürze steht die Prüfung für die nächsten sieben Kandidaten an“, weiß Geschäftsführer Grunwald. Dazu haben etliche Teilnehmer gerade ihre Dokumentationen eingereicht und über 200 sich registrieren lassen. Stefan Grunwald wagt einen Ausblick in die Zukunft: „Dieses Modell der arbeitsplatzorientierten Weiterbildung einschließlich der Personalzertifizierung hat sicher in Deutschland Modellcharakter. Aber wir bekommen auch internationale Anfragen aus Europa und Asien.“


 

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