Gemeinsam zur Personalzertifizierung
Markus Wendler ist 25 Jahre alt, ausgebildeter Fachinformatiker, Schwerpunkt Systemintegration und arbeitet in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb als Systemadministrator im Storagebereich.
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Ursula Zirnik-Lisson ist 45 Jahre alt, hat ein abgeschlossenes Biologie-Studium, eine Berufsausbildung als EDV-Kauffrau absolviert und arbeitet seit 20 Jahren als Entwicklerin in der gleichen Firma. Was beide gemeinsam haben? Sie sind bei EDS in Deutschland beschäftigt, einer Tochter des weltweit tätigen Anbieters von IT-Dienstleistungen. Hauptsitz der deutschen EDS-Gruppe ist Rüsselsheim und dort haben auch Markus Wendler und Ursula Zirnik-Lisson an einem Pilotversuch ihres Unternehmens teilgenommen. Darin ging es um die „Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung“ (APO IT) und um die Möglichkeit, sich zum zertifizierten IT-Spezialisten weiterzubilden. So unterschiedlich ihre beruflichen Lebenswege sind, so unterschiedlich waren auch Motivation, Herangehensweise und Erwartungen der insgesamt vier Teilnehmer hier. |
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Markus Wendler beschreibt das so: „Ich habe ja schon meine Ausbildung als Fachinformatiker Systemintegration gemacht und mich dann für eine Weiterbildung interessiert, die sinnvoll auf diesem Abschluss aufbaut. Der IT Systems Administrator tut das meiner Meinung nach und ist die logische nächste Stufe im IT-System.“ Für Ursula Zirnik-Lisson waren keineswegs Karrieregründe bestimmend. Ihre Motivation ist eine ganz andere. „Wer so lange im Job ist, wie ich, der gerät zwangsläufig in eine gewisse Routine. Ich wollte mich und mein Wissen selbst auf den Prüfstand stellen.“ Sie hat sich nach einiger Überlegung für das Profil des Business Systems Advisors entschieden. Für diese und die beiden anderen Teilnehmer am Pilotprojekt, einen IT Project Coordinator und eine IT-Trainerin, steht in diesen Tagen das Fachgespräch bei der Zertifizierungsstelle CERT IT an. |
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Alle haben an einem Strang gezogen |
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Dass ein solches Projekt erfolgreich durchgeführt werden konnte, daran haben viele Mitwirkende Anteil. Nicht nur Betriebsrat und Personalmanagement, auch Kandidaten, Lernprozessbegleiter und Fachliche Berater haben auf das große Ziel, die Personalzertifizierung, gemeinsam hingewirkt. Die Besonderheit dabei: Es gab eine externe „Projektleitung“, die von der Firma Freund + Dirks übernommen wurde. Das Unternehmen aus Weilrod bietet Bildungsdienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie an und war auch hier von Anfang an involviert. „Wir verstehen uns als Bildungsberater mit dem helfenden Blick von außen“, erklärt Firmeninhaber Dirk Dirks. Gerade bei einem Pilotprojekt, wo noch nicht auf Erfahrungen zurückgegriffen werden kann, erachtet er externes Know-how und Kompetenz für äußerst sinnvoll – für „Initiativen, Korrekturen, Schlichtung bei Schwierigkeiten oder Beratung bei allen anfallenden persönlichen oder Wissensfragen“. Dass es zu zeitlichen Verzögerungen oder Umstellungen kommt, hält Dirks für durchaus normal. „Wir haben mit diesem Durchgang doch länger gebraucht, als die ursprünglich angedachten sechs Monate. Aber um solche Erfahrungen zu machen, dazu sind Pilotprojekte eben da.“ |
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Gab es Schwierigkeiten? Ja, für den einen oder anderen Kandidaten, gewöhnt an technische Dokumentationen, war diese Art der Protokollierung seiner Arbeitsprozesse eher ungewohnt. „Sicher, die Ich-Form bei der Beschreibung der Tätigkeiten aus dem Prozesskompass und der Dokumentation der Schlüsselsituationen ist neu und die geforderte Ausführlichkeit auch“, weiß Ricarda Apel. „Aber das zwingt zur Präzision und dazu, das eigene Handeln zu reflektieren.“ |
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Dem stimmt Ursula Zirnik-Lisson gerne zu, denn darin sieht sie, unabhängig von ihrer Personalzertifizierung zum Business Systems Advisor, auch den großen Vorteil der APO IT. „Es ist gar nicht so leicht, sich selbst über die Schulter zu sehen, wenn man vieles so verinnerlicht hat, dass es einfach selbstverständlich ist“, sagt sie. Jahrelange Erfahrung und Routine, die die 45 jährige in Ihrem Beruf als Entwicklerin hat, ist zwar positiv, „aber sie führt auch dazu, dass ich manches einfach nicht mehr hinterfrage.“ Für sie lag das Profil des Business Systems Advisors, der trotz seines Namens zur Profilgruppe der Developer gehört, „einfach am nächsten, auch wenn mich ein Profil aus dem Bereich Projektmanagement ebenfalls interessiert hätte“. |
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Transparenz im Wirrwarr der Berufsrollen |
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Noch in einem anderen Punkt stimmen beide Kandidaten überein: „Ein geeignetes reales Projekt zu finden, das alle Arbeitsprozesse abbildet und den Anforderungen für die Zertifizierung genügt, ist nicht immer ganz einfach.“ Sei es, dass Interna nicht nach außen getragen werden dürfen, sei es, dass ungeplante Zeitverzögerungen auftreten. Hier spielten dann Lernprozessbegleiter und Projektleiter eine besondere Rolle als Wegweiser und Coach – und konnten so zum Gelingen wesentlich beitragen. |
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Bald, wenn alle vier Teilnehmer ihre Personalzertifizierung bekommen haben, steht bei EDS die Auswertung des Pilotversuchs an. Die Entscheidung über die Etablierung von APO IT im Unternehmen wird erst nach der Evaluierung des Piloten getroffen. Aber schon jetzt sind sich die Pilotverantwortlichen einig, dass „die Zertifizierung im Rahmen der IT Weiterbildung ein sehr nützliches Instrument ist, um Kompetenzen messbar zu machen und Transparenz im Wirrwarr der IT Berufsrollen zu schaffen.“ Ein weiterer Pluspunkt : „APO IT ist praxisorientiert und sehr gut geeignet, die Mitarbeiter über die rein fachlichen Aspekte hinaus in ihrer persönlichen Entwicklungen zu fördern.“ |






