Preisgekrönter Weg vom Ausbilder zum Lernprozessbegleiter
Früher war alles ganz anders - früher war alles besser? Nein. Petra Scharfschwert ist bei dieser Frage ganz entschieden anderer Meinung. Früher war sie Ausbilderin bei der Deutschen Telekom AG. Heute ist sie Lernprozessbegleiterin.
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Preisgekrönt Der Deutsche Arbeitgeberpreis 2005 wird in den vier Kategorien „Schule, Hochschule, Berufsschule und Betrieb“ verliehen. Die Deutsche Telekom AG ist der diesjährige Preisträger in der Kategorie „Betrieb“ und stiftet das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro dem Projekt „gemeinsam-stark“. Darin wird mit und für Menschen mit Behinderung eine barrierefreie Plattform eingerichtet. Und das ist mehr als nur ein neuer Name für die gleiche Tätigkeit. Dahinter steht eine große Umwälzung: Die Rolle und damit das Selbstverständnis von Ausbildern haben sich grundlegend geändert. Vor etwas mehr als einem Jahr hätte sich Petra Scharfschwert das wohl nicht träumen lassen: „Ich bin nicht mehr diejenige, die den Azubis den Weg vorgibt. Ich bin diejenige, die den jungen Menschen hilft, sich selbst zu finden.“ Ein Konzept, von dem sie begeistert ist – und nicht nur sie. Gerade hat die Telekom „für das vorbildliche Konzept der Qualifizierung von Ausbildern“ den „Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bekommen. |
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Gefordert war also ein Konzept, das individuellen, verantwortlichen, selbstständigen Wissenserwerb fördert. Und dieses Konzept setzt bei der Schaltstelle, den Ausbildern an. "So wie bei der APO IT übernimmt auch in der Erstausbildung der Ausbilder die Rolle eines Lernprozessbegleiters, ist also eher eine Art Coach", definiert Klaus Küper den Anspruch. Von diesem Rollenwechsel waren längst nicht alle Ausbilder sofort begeistert, räumt er freimütig ein. "Aus der anfänglichen Skepsis ist aber inzwischen Begeisterung geworden", freut er sich. Das hat vor allem damit zu tun, dass in dem bundesweiten Pilotversuch die ersten 40 von rund 600 Ausbildern und 100 Koordinatoren zu Lernprozessbegleitern qualifiziert wurden und nun ihre Erfahrungen weitergeben. Auf ihrem Weg begleitet wurden die Teilnehmer des Pilotversuchs unter anderem von Detlef Flügge und Udo Vormbrock. Beide sind erfahrene Lernprozessbegleiter, die auch im Rahmen der APO IT Kandidaten auf ihrem Weg zum IT-Spezialisten begleiten. Und die mit dafür sorgen, dass die Weiterbildung nahtlos in die Arbeitsprozesse der Kandidaten integriert wird. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen haben sie jetzt auch an die Ausbilder des Konzerns weitergegeben. |
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Lernprozessbegleitung Auf dem Weg zum Lernprozessbegleiter erarbeiten die Ausbilder mit ihren Auszubildenden fünf große Teilprozesse: Gemeinsames Einordnen des aktuellen Ausbildungsstandes und gegenseitiges Kennenlernen. Gemeinsames Vereinbaren von Lernzielen und Lernschritten. Organisieren von geeigneten lernhaltigen Leistungs- und Arbeitsprozessen und Aufgabenstellungen. Vereinbaren der selbstgesteuerten Durchführung. Beobachten und Begleiten des Arbeits-Lernprozesses durch den Ausbilder. Ausbilder begleitet den Auszubildenden bei der Erstellung von Dokumenten und Berichten. Neue Herausforderungen für alle Beteiligten |
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Freiheit mit Grenzen |
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Lernprozessbegleitung Umfangreiche Informationen zum Thema Lernprozessbegleitung in der IT-Weiterbildung zu Rolle, Profil und Praxis finden Sie hier: Schließlich ist das ja auch kein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden: „Ich weiß ja, dass ich immer fragen kann und Tipps bekomme, wenn ich sie brauche“, ist sie sich sicher. Dazu dienen zum Beispiel auch die regelmäßig vereinbarten Gespräche mit ihrer Lernprozessbegleiterin Petra Scharfschwert. Nach ihrer eigenen Qualifizierung betreut die Bielefelderin nun 15 Auszubildende nach dem neuen Konzept. „Die Gespräche sind gerade am Anfang zeitaufwändig.“ Fachfragen können die Auszubildenden dafür aber im Betrieb, wo sie rund 70 Prozent ihrer Ausbildungszeit verbringen, dafür sehr viel zielgerichteter und schneller stellen.„Wir bekommen durchweg positive Rückmeldung von den Praktikern aus dem Unternehmen, dass die Azubis selbstverantwortlicher und effizienter mitarbeiten“, freut sich Petra Scharfschwert. |






