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Literaturtipps

Eine Auswahl von Veröffentlichungen im Kontext von APO IT

Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung - APO IT

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Die ersten Spezialisten für Multimedia-Entwicklung sind zertifiziert. Was bringt die APO IT für Bildungsdienstleister?

Seit einigen Wochen kann sich Katja Maximini als „Multimedia Developer“ bezeichnen. Sie ist eine der ersten, die die Personalzertifizierung gemäß der „Arbeitsprozessorientierten Weiterbildung“, kurz APO IT, für dieses Profil in den Händen hält.

Spezialistenprofil: Multimedia Developer

Multimedia Developer konzipieren und implementieren multimediale Online- und Offline-Anwendungen bedarfsgerecht und wirtschaftlich. Die von Multimedia Developern erstellten IT-Systeme zeichnen sich durch die Integration unterschiedlicher Medienarten wie Text, Grafik, Audio, Video, Animationen und Virtual Reality aus und weisen häufig einen hohen Grad an Interaktion auf. Mehr erfahren Sie hier

Multimedia war für die Berlinerin nichts Neues: Berufserfahrung hatte sie schon als Mediengestalterin und Screendesignerin gesammelt. „Ich habe fest angestellt bei Agenturen und auch als Freiberuflerin in Projekten gearbeitet“, sagt sie. Aber auch in Berlin sieht der Arbeitsmarkt für Multimedia-Fachkräfte nicht rosig aus: Stellenangebote von Agenturen sind deutlich zurückgegangen. „Die Konkurrenz derjenigen, die auf Jobsuche sind, wird größer“, bestätigt auch Günther Kunz, Arbeitsberater der Arbeitsagentur Berlin Nord. Er hat deshalb eine eher ungewöhnliche Maßnahme befürwortet und nach SGBIII gefördert, an der auch Katja Maximini teilgenommen hat: Die Weiterbildung zum Multimedia Developer beim Berliner Weiterbildungsunternehmen L4 Institut für Digitale Kommunikation GmbH.


Seit 1996 bildet das Unternehmen für alle Wirtschaftsbereiche aus, die digital produzieren und webbasiert kommunizieren. Das Angebot reicht von der Erstausbildung zum Mediengestalter über eine Vielzahl von Weiterbildungen bis zu den Studiengängen „Gamedesign“ und „Videojournalist“. Für Geschäftsführer Dr. Peter Schisler war die Qualifizierung zum Multimedia Developer auch der Versuch auszuloten, welche Rolle ein Bildungsträger bei der APO IT spielen kann. Anders als sonst hatten die Teilnehmer hier keinen regulären „Arbeitgeber“, in dessen Unternehmen sie sich qualifizierten.

Stattdessen hat L4 diese Weiterbildung in Form einer Multimedia-Trainee-Agentur durchgeführt. Dr. Peter Schisler erklärt, was das genau bedeutet: „Unsere Teilnehmer haben ihr Multimediaprojekt - Konzeption und Produktion der Website www.L-4.com für die L4-Studiengänge - in unserem Projektproduktionsbereich genau wie in einer kommerziellen Agentur realisiert. Sie konnten damit eine reale Aufgabe durchführen, die an ein Ressourcenbudget gekoppelt war.“ Produziert wurde so, dass die typischen Arbeitsprozesse in der Trainee-Agentur durchgeführt werden konnten. L4 hat dabei nicht nur die Rolle des Arbeitgebers übernommen, sondern stellte auch den Lernprozessbegleiter und den fachlichen Berater und coachte für das Fachgespräch.

L4: Lernen für Ausbildung, Umschulung, Weiterbildung, Studium

Lernziele und Ausbildungspraxis wird hier eng mit der Umsetzung konkreter Projekte verknüpft: zum Beispiel mit der Gestaltung von Internetseiten, CD-ROM, Lernsoftware oder anderen IT-Anwendungen. Die Teilnehmer erarbeiten erst die theoretische Basis für die Produktion interaktiver Anwendungen und realisieren dann Schritt für Schritt in interdisziplinären Teams das konkrete Projekt unter realen Produktionsbedingungen. Weitere Informationen bekommen Sie hier:

http://www.l-4.de

Weiterbildung einmal nicht im Betrieb
Zu den Aufgaben der angehenden Multimedia Developer zählt die Konzeptionierung der Interaktivität und die Storyboard-Erstellung, das Design der Bildschirmoberflächen mit Gestaltung, Animation und Dynamisierung. Dazu kommen die Integration multimedialer Medien durch Programmierung und Konvertierung und schließlich das Installieren, Testen und Einweisen. Während andere Kursteilnehmer ihren Schwerpunkt auf die Programmierung gelegt haben, konnte Katja Maximini ihre Erfahrungen als Medien- und Screen-Designerin einsetzen. Das L4-Projekt, an dem sie mit ihrem Team gearbeitet hat, diente auch als Grundlage ihrer Zertifizierung, die sie von Anfang an angestrebt hat. „Ich wollte mit dem Profil und dem Zertifikat meine Kenntnisse auf den neusten Stand bringen und das auch nachweisen können.“

Nicht alle Teilnehmer am Kurs haben sich für diesen Weg entschieden. Arbeitsberater Günther Kunz erklärt warum: „Dieser achtmonatige Lehrgang war so konzipiert, dass alle Inhalte des neuen Spezialistenprofils Multimedia Developer vermittelt wurden. Wer unter den Bewerbern Interesse an einer anschließenden Zertifizierung hatte, dem sollte die Möglichkeit dazu gegeben sein.“ So haben von den ursprünglich 13 Teilnehmern sechs nach Beendigung entweder eine Stelle gefunden oder sich selbstständig gemacht.

Katja Maximini bereut den Arbeitsaufwand für die Dokumentation und die Vorbereitung auf das Fachgespräch nicht. Aber hilft ihr das Zertifikat bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung? Da ist die Berlinerin eher zurückhaltend: „Leider wissen viele Arbeitgeber noch zu wenig über APO IT, als dass ich dadurch jetzt konkrete Vorteile bei meinen Bewerbungen hätte.“

Die Rolle der Dokumentation im Qualifizierungsprozess
Wie beurteilt der Geschäftsführer von L4 die Rolle der APO IT für sein Unternehmen? Dr. Peter Schisler sieht aus den Erfahrungen heraus, die er mit der Weiterbildung zum Multimedia Developer gemacht hat, noch Optimierungsbedarf. Er erklärt warum: „Wir sind als Bildungsdienstleister in einer anderen Rolle als ein Unternehmen, dass seine Mitarbeiter qualifizieren will. Auch werden wir von der Bundesagentur für Arbeit primär daran gemessen, wie viel Teilnehmer wir nach Abschluss der Qualifizierung in Arbeit gebracht haben und nicht, welche individuellen Zertifizierungen diese erreicht haben“, beschreibt er den Unterschied. „Ein Unternehmen hingegen investiert in seine Beschäftigten, um diese zu binden und langfristig von deren fachlichen Know-how zu profitieren.“ Der komplette Prozess einer APO-IT-Zertifizierung sei zu aufwändig, glaubt Schisler. Dazu trägt in seinen Augen vor allem die Erstellung der umfangreichen Dokumentation bei. „Das Reflektieren über die eigene Arbeit ist allerdings richtig und trägt zum Lernerfolg bei“, glaubt er. „Aber obwohl unsere Teilnehmer alle einen akademischen Abschluss hatten, Studienabbrecher waren oder vergleichbare Kenntnisse nachweisen konnten, gab es hier große Schwierigkeiten.“

Aufgeben will Cirsten Klafack trotzdem nicht. Die ausgebildete Mediengestalterin Print und Digital ist inzwischen in einer ABM beschäftigt, bereitet sich aber weiter auf die Zertifizierung vor. „Mich hat von Anfang an der APO IT die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse gereizt“, sagt sie. „Ich kann mir gut vorstellen, auch im europäischen Ausland zu arbeiten, wenn sich hier zu Lande die Jobchancen nicht verbessern.“ Mit einer schwierigen Arbeitsmarksituation für die Multimedia-Berufe kämpft nicht nur Berlin, weiß Arbeitsberater Kunz von der Arbeitsagentur Berlin Nord. „Die APO-IT, geplant in den Hoch-Zeiten der IT-Branche, trifft jetzt leider auf einen massiven wirtschaftlichen Rückgang, vom dem die Multimediaszene betroffen ist. Wenige Unternehmen haben zurzeit Interesse und Verständnis für das Thema Weiterbildung“, bedauert der Arbeitsmarktexperte.


 

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01.12.2008 | © 1999-2006 by KIBNET Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerk | info@kibnet.org