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Erfolgreich durch APO IT qualifizierte Mitarbeiter

Literaturtipps

Eine Auswahl von Veröffentlichungen im Kontext von APO IT

Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung - APO IT

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LOVE-IT Plus steht für Lernortverbünde: Niedersachsen will kleine und mittlere Unternehmen für IT-Weiterbildung gewinnen

Bei Wolfgang Best laufen viele Fäden zusammen. Und deshalb ist er auch ständig unterwegs: zu Besuch in den vorwiegend kleineren und mittelständischen Betrieben seiner Region. Wolfgang Best kommt als Botschafter einer Mission. Und die heißt „Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung“, kurz APO IT. Bei der Rückkehr in sein Büro in der Volkshochschule Heidekreis kann er fast immer Erfolg verbuchen: Wieder wurde ein Unternehmen über die neue Weiterbildung informiert und darüber aufgeklärt, welche Chancen sich damit verbinden.

„Die APO IT trifft genau das, was Unternehmen schon seit langem gefordert haben“, ist sich Best sicher. „Eine praxisorientierte Qualifizierungsmöglichkeit, abgestimmt mit betrieblichen Interessen.“ Ein Grund mehr für den Regionalleiter von LOVE-IT Plus, immer weiter am Ball zu bleiben. Das tut er nicht allein, sondern in Kooperation mit einem Kollegen in Salzgitter. Denn hinter LOVE-IT Plus steht das Projekt „Lernortverbünde für die neue IT-Weiterbildung“, das vom Land Niedersachsen und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) noch bis Herbst 2005 gefördert wird.

„Diese Dauer gewährleistet nicht nur, dass in Niedersachsen eine intensive Verbreitung der APO Methodik stattfindet, sondern dass auch eine große Anzahl von IT-Unternehmen effektiv beraten werden kann“, erklärt Bernd Strahler vom Niedersächsischen Kultusministerium. „Darüber hinaus hoffen wir auf eine Anzahl von Best-Practice-Zertifizierungen hier im Land“, so Strahler. Die Bedeutung für das Projekt sieht das Ministerium darin, dass „die IT-Branche in Niedersachsen eine Kernbranche zukünftiger Entwicklungschancen ist.“

Gerade kleine und mittelständische Firmen stehen durch die Situation auf den Märkten in einer starken Konkurrenz und sind durch kurzfristige Aufträge in ihren Ressourcen gebunden. Eine mittel- und langfristige Personalentwicklung ist deshalb starken Schwankungen unterworfen. „Hier soll LOVE-IT Plus in der Anlaufphase der IT-Weiterbildungsverordnung für die kleine und mittelständische Unternehmen wichtige Unterstützungsleistungen erbringen“, sagt Bernd Strahler.

Das tun konkret zwei Projektstellen von LOVE-IT Plus in Soltau/Walsrode und Salzgitter, die den Firmen allgemeine Beratung, aber auch konkrete Hilfe bei der Durchführung der Weiterbildung bieten. Dazu gehört die Auswahl des richtigen Kandidaten und des Spezialistenprofils ebenso, wie die Beratung beim Abschluss einer Qualifizierungsvereinbarung zwischen Teilnehmer, Firma, Lernprozessbegleiter und fachlichem Berater. „Wir helfen aber auch bei der Anmeldung zur Zertifizierung, der Durchführung des Projekts, der Prüfung der Projektdokumentation und bei der Vorbereitung auf die Zertifizierung“, zählt der Leiter der Regionalstelle Soltau/Walsrode auf.

Praktische Hilfe bei der Qualifizierung
Wolfgang Best und sein Kollege aus Salzgitter, Hans-Christian Raecke, sind beide durch einen Lehrgang als Lernprozessbegleiter qualifiziert worden, den die Firma PPS Salzgitter in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig entwickelt hat. Sie helfen den Unternehmen deshalb nicht nur beim konkreten Zertifizierungsprozess, sie motivieren auch dazu, Betriebsverbünde zu gründen, um gemeinsame Weiterbildungsprojekte auf die Beine zu stellen. Dazu kommen Veranstaltungen und zahlreiche Gespräche bei Bildungsträgern, Kammern, Ämtern und Arbeitskreisen. „Wir versuchen, ein regionales Netzwerk aller Beteiligten zusammen zu bringen, in dem die Weiterbildung diskutiert wird“, schildert Best.

Solche Aktionen stoßen durchaus auf positive Resonanz: Bei einer Unternehmensbefragung hat sich ergeben, dass von 28 Firmen nur zwei überhaupt nicht an der neuen Weiterbildung interessiert waren.
Rund 250 APO IT-Projekte gibt es zur Zeit bundesweit– und unter den Profilen stehen der IT-Systemadministrator, der Netzwerkadministrator und der IT-Service Advisor ganz oben auf der Nachfrageliste. „LOVE-IT Plus bereitet in Niedersachsen eher den Weg, damit APO überhaupt bei den Adressaten ankommt“, zieht Bernd Strahler ein nüchternes Fazit. „In der realen Fortbildungswelt gibt es noch sehr traditionelle Formen der Informationsweitergabe. Insofern wird es auch noch Jahre dauern, bis sich Methoden wie APO breit durchgesetzt haben.“

Aus seinen Gesprächen mit Personalentscheidern und Firmenchefs meint LOVE-IT Plus Regionalleiter Wolfgang Best noch eine andere Antwort heraus gehört zu haben: „Viele Arbeitgeber sind wegen der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage verunsichert und scheuen neue Wege – auch in der Weiterbildung.“ Dazu kommt, dass häufig nach einem Personalabbau die verbliebenen Mitarbeiter unter hohem Zeitdruck stehen. Solche Argumente nimmt Best ernst – hält aber dagegen: „Das besondere an der APO IT ist ja gerade, dass hier Projekte und Prozesse aus der Praxis die Grundlage für das Lernen bilden, das Unternehmen also in jedem Fall davon profitiert. Mit dem Lernen in realen Prozessen lässt sich Weiterbildung sehr effizient betreiben.“

Der IT Service Advisor

IT Service Advisor analysieren komplexe Probleme von IT-Produkten und -Systemen. Sie erarbeiten und implementieren Problemlösungen.

Auch Uwe Heinemann stimmt zu: Ein neuer Ansatz der IT-Weiterbildung, der endlich die tägliche Praxis widerspiegelt und die Bedürfnisse der Unternehmen in den Vordergrund stellt, ist schon lange überfällig.“ Der Leiter Desktop Services bei TELCAT Kommunikationstechnik GmbH in Salzgitter hat sich deshalb auch entschlossen, selbst an der Qualifizierung zum IT Service Advisor teilzunehmen. „Mir fehlt es zwar weder an einem Berufsabschluss noch an Berufserfahrung“, sagt der ausgebildete Techniker und Meister, der seit über 20 Jahren in der IT arbeitet. „Aber dennoch gelte ich natürlich als Seiteneinsteiger.“ Das ist nicht allein der Grund für sein Engagement: Er möchte nicht nur seinen rund 30 Mitarbeitern den Sinn der neuen Weiterbildung demonstrieren. „Verläuft das Projekt erfolgreich, dann soll es Modellcharakter auch für unsere Firma und den Mutterkonzern, die Salzgitter AG, bekommen.“

Der Plan, auch andere Teilnehmer zu gewinnen, stößt jedenfalls schon auf Interesse, weiß auch Heiko Bode, Bereichsleiter Informationstechnologie bei TELCAT, der sich über das motivierende Beispiel freut. „Mit unserem Engagement wollten wir gerade jetzt, wo diese Weiterbildung noch recht neu ist, ein Zeichen setzen.“ Seit einigen Wochen ist Uwe Heinemann, Pionier in Sachen APO IT bei TELCAT, nun jedenfalls auf dem Weg zum IT Service Advisor – er hat gerade seine Projektskizze eingereicht und plant seine Zertifizierung für den Frühherbst. Dazu muss er sein Projekt, die Reorganisation des IT User Help Desks für den Salzgitter Konzern ausarbeiten und vorstellen. Eine Aufgabe, die den 43jährigen nicht nur reizt, sondern deren Ergebnisse der Firma TELCAT unmittelbar umsetzen und nutzen wird. „Das genau ist der Punkt, der mich überzeugt hat“, sagt Heinemann. „Das Lernen wird endlich arbeitsplatzbezogen.“ Dafür nimmt er auch Zeitaufwand für Ausarbeitung und Dokumentation in Kauf. „Aufwändig? Nicht, wenn ich das Ergebnis betrachte, was für unsere Kunden dabei herauskommt“, sagt Heinemann – und denkt schon mal über den möglichen weiteren Schritt, die Prüfung zum Professional, nach.


 

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