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Bundeskabinett beschließt Masterplan zur Informationsgesellschaft

Berlin, 3. Dezember 2003. - Bulmahn und Tacke: "Aktionsprogramm wird Motor für Innovationen"

Das Bundeskabinett hat heute in Berlin das Aktionsprogramm "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" beschlossen. Mit diesem Masterplan will die Bundesregierung die Entwicklung in der Informations- und

Kommunikationstechnologie stärken. Bundesforschungsministerin Edelgard

Bulmahn und der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke, erläuterten die Ziele des Aktionsprogramms für diese

Legislaturperiode: "Deutschland wird mit dem Masterplan seine gute Position bei der Verbreitung und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Eine Spitzenposition in der weltweiten Informationsgesellschaft ist unverzichtbar für die Stärkung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland." Gleichzeitig unterstütze das Aktionsprogramm zentrale Vorhaben der Bundesregierung zur Modernisierung von Arbeitsmarkt und sozialen Sicherheitssystemen.

Informations- und Kommunikationstechnologien beschleunigen Innovationen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Über 80 Prozent der Exporte Deutschlands hängen mittlerweile vom Einsatz moderner Informationstechnologien und elektronischer Systeme ab. IT ist der Innovationstreiber Nr.1 für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Global Information Technology Report 2002-2003 des World Economic Forum bescheinigt Deutschland eine beachtliche Verbesserung im IT- Länder Ranking, eine Verbesserung von Platz 17 im vergangenen Jahr auf Platz 10 heute.

Bundesforschungsministerin Bulmahn unterstrich: "Innovation in der

Informations- und Kommunikationsbranche bedeutet neue und sichere Arbeitsplätze." Der deutsche IuK-Markt sei in den letzten vier Jahren schon schneller gewachsen als in USA und Japan. "Mit dem Aktionsprogramm haben wir die Voraussetzungen geschaffen, die dafür sorgen, dass Deutschland seine führende Rolle als High-Tech-Standort weiter ausbauen wird."

Staatssekretär Tacke betonte: "Wir wollen die Entwicklung und Nutzung innovativer Dienste im öffentlichen und privaten Bereich voranbringen und den Übergang zur mobilen Informationsgesellschaft gestalten. Hierzu haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt: im Jahr 2005 sollen 75 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet nutzen und alle öffentlichen Aufträge des Bundes sollen bis dahin ausschließlich elektronisch vergeben werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im Zusammenwirken mit der Wirtschaft unsere hochgesteckten Zielmarken erreichen werden und so einen wesentlichen Beitrag zu mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland

leisten."

 

Konkrete Ziele des Aktionsprogramms "Informationsgesellschaft Deutschland 2006"

Ziel Zeitplan

Digitale Wirtschaft

Internetnutzung: Steigerung auf 75% der Bevölkerung bei weiterer Steigerung

des Anteils von Frauen bis 2005

Breitband:

Ca. 7 Mio. Breitbandanschlüsse

Dominierender Internetzugang, in Übereinstimmung mit dem EU-Programm eEurope 2005

> 20 Mio. Breitbandanschlüsse (> 50% aller Haushalte)

bis 2004

bis 2005

bis 2010

Mobilfunk:

GSM/GPRS: 65 Mio. Teilnehmer (> 80% der Bevölkerung)

UMTS : Dienstestart

Ausbau der Netzversorgung auf 50%

bis 2004

bis Frühjahr 2004

bis Ende 2005

Vollständige Digitalisierung der Rundfunkübertragung über Antenne, Kabel und

Satellit:

TV

Hörfunk

bis 2010

bis 2015

eBusiness und Mittelstand: umfassende e-Business-Nutzung durch 40% der KMU

bis 2008

Rechtsrahmen, Novellierung wichtiger Gesetze:

TKG

Vereinfachung der Medienordnung

Modernisierung Urheberrecht

Frühjahr 2004

2004

bis 2006

Forschung und Technologieentwicklung

Weiterer Ausbau der Systemführerschaft für mobile Informations- und

Kommunikationssysteme ab 2004

Deutschland führend in der Entwicklung zuverlässiger Software und IT-Systeme

bis 2006

Stärkere Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen für schnellen Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte ab

2004

Entwicklung von weltweiten Standards für die Netze der Zukunft ab 2004

Bildung

Weitere Verbreitung neuer Medien in Schulen, beruflichen

Bildungseinrichtungen und Hochschulen bis 2006

Entwicklung von Konzepten zur Computernutzung in Ganztagsschulen bis

2006

Aufbau eines Kompetenznetzes und einer technischen Grid-Infrastruktur für

die deutsche Wissenschaft und Wirtschaft ab 2004

Neu- und Weiterentwicklung von e-science-Anwendungen ab 2004

Weitere Steigerung des Anteils von Frauen an den IT-Berufsausbildungen und

Informatikstudiengängen auf 40 Prozent bis 2006

eGovernment

DeutschlandOnline: Start von 15 Umsetzungsprojekten

Umsetzung von 50% der Deutschland-Online-Vorhaben von Bund, Ländern und

Kommunen Ende 2003

bis Ende 2005

BundOnline - Online-Angebot aller internetfähigen 440 Dienstleistungen bis

2005

Etablierung von 20 eGovernment-Musterkommunen (Transferkommunen) im Rahmen

des MEDIA@Komm-Transfers ab Frühjahr 2004

eVergabe des Bundes ausschließlich über ein rechtskonformes und sicheres

elektronisches Vergabesystem bis 2005

Start des Virtuellen Arbeitsmarkts Ende 2003

Virtuelle Poststelle für alle Bundesbehörden zur Verfügung stellen

Anfang 2004

Phasenweiser Aufbau eines Formular-Management-Systems für BundOnline 2004

bis 2005

Erweiterung des IVBB zum Informationsverbund der Bundesverwaltung mit

Anschlussmöglichkeit für alle Bundesbehörden Anfang 2004

eCard -Initiative/ digitale Signaturen

40 Mio. Jobkarten Schaffung gesetzlicher Voraussetzungen in 2004,

Einführung bis Ende 2005

80 Mio. Gesundheitskarten Start in 2004, Abschluss Ende 2005

Bankkarten mit digitaler Signierfunktion ab 2004

Flankierung durch Änderung des Signaturgesetzes Anfang 2004

Elektronische Lohnsteuerbescheinigung bis 2005

digitaler Personalausweis Gesetzgebungs-verfahren in 2004

eHealth

Gekoppelt mit der Gesundheitskarte (s.o.) Ausgabe von ca. 300.000 Heilberufausweisen sowie Aufbau einer Telematikinfrastruktur und einrichtungsübergreifender

medizinischer Dokumentationen

bis 2006

ab 2004

Elektronischer Handel mit Arzneimitteln ab 2004

Elektronische Rezepte ab 2006

IT-Sicherheit

Aufnahme des Betriebs des IT-Sicherheitszentrums M-Cert für KMU Start Ende

2003

Nationaler Plan zum Schutz IT-abhängiger kritischer Infrastrukturen 2004

Internetschutzbrief: Versicherung bei der Nutzung des Internets Anfang 2005

Spezielle IT-Sicherheitsinfos für Jugendliche Ende 2004


 

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