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AFIB tut es!

alle drei Lehrjahre zusammen vor dem Verbundbetrieb Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Hinter der Abkürzung steht der „Ausbildungsverbund Fachinformatik Berlin“. Und in dem sind die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Verein, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und die Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, zusammengeschlossen. Was alle vier vereint: „Wir haben alle im Herbst 2005 zum ersten Mal den Beruf des Fachinformatikers ausgebildet“, erinnert sich Stefan Bavar, AFIB-Projektleiter bei der FU Berlin.

„Alle vier sind wir große Ausbildungsbetriebe und bieten Lehrstellen in den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen vom Tischler bis zum IT-Systemkaufmann“, weiß Bavar. „Aber da für uns alle der Fachinformatiker Neuland war, haben wir uns zusammen getan, um Synergien zu nutzen.“ Und mehr als das: „Unser Ziel war von Anfang an, den jungen Leuten die bestmögliche Ausbildung an die Hand zu geben und für unseren eigenen Bedarf qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.“

Bislang war der Fachinformatiker bei den jungen Leuten in und um Berlin einer der gesuchtesten Ausbildungsberufe überhaupt. Und selbst, wenn wie in allen Ausbildungsberufen, die Bewerberzahlen auch hier leicht zurückgehen, kann sich AFIB über mangelndes Interesse nicht beklagen. „Wir an der FU bekommen für drei Ausbildungsplätze, die wir im Jahr anbieten, rund 200 bis 250 Bewerbungen“, so Bavar.

Lehrjahr 2005 und 2006 informieren teilnehmende Mädchen auf unserem Girls’Day 2007

Eine, die es im Herbst 2007 erfolgreich geschafft hat, ist Mandy Baum, 20 Jahre alt. Informatik hat sie schon vor dem Abitur interessiert, Englisch war ihr Leistungskurs. Klar, dass sie sich auch dafür interessiert, nach der Ausbildung ins englischsprachige Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten. Einen Vorgeschmack kann sie eventuell schon vor Ende ihrer Ausbildung bekommen. Denn die vier Verbundpartner arbeiten schon daran, den Auszubildenden ein Auslandspraktikum zu ermöglichen.

Auch das gehört zu den Angeboten, die AFIB machen kann, weil der Verbund auf ganz andere Ressourcen zurückgreifen kann, als ein Einzelunternehmen. Aber wie sieht es aus mit dem Verwaltungsaufwand und der Organisation? Der reibungslose Ablauf ist nur möglich, weil alle Projektpartner an einem Strang ziehen und unbürokratisch handeln. Dazu gehört ein regelmäßiger Ideenaustausch der Partner, wer welche möglichen externen Partnerfirmen in Berlin kennt, die den AFIB-Azubis ein Praktikum oder sonstige Unterstützung anbieten.

Für Mandys Ausbildungsjahrgang heißt es im ersten Lehrjahr zunächst einmal alle vier Projektpartner kennen zu lernen. Dazu bleibt die Gruppe zusammen. Nicht von ungefähr: „Das fördert den Teamgeist und den Zusammenhalt – schließlich unternehmen wir auch Privates zusammen“, freut sich Mandy. In diesem Ausbildungsjahrgang sind neben ihr zum ersten Mal noch zwei weitere junge Frauen unter den 14 Azubis. Mit den beiden vorangegangenen Lehrjahren sind das dann 41 junge Leute, die im Verbund ausgebildet werden. Für die muss das Wort „Konkurrenz“ nicht negativ besetzt sein, denn allen wird zunächst die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis garantiert.

Bei der Bewerbung wird es im Übrigen so gehandhabt, wie bei der späteren Anstellung – der individuelle Wunsch des Betreffenden zählt. Denn, wenn auch alle vier kooperieren, wird der Vertrag doch mit dem jeweiligen Ausbildungsunternehmen abgeschlossen, die alle auch leicht unterschiedliche Konditionen anbieten. Wer sich also bei mehreren Partnern beworben hat oder später nach der Ausbildung lieber zu einem der anderen drei wechseln möchte, kann das ohne Probleme tun. Oder er kann sich auch ganz anders orientieren – etwa in Richtung Studium

Begrüßung der Azubis des Lehrjahres 2007

Als Fernziel kann sich Helmar Weimer, 22 Jahre alt und im gleichen Ausbildungsjahr wie Mandy Baum, das gut vorstellen. Sein Interesse an der Informatik wurde schon im Elternhaus gefördert – gut möglich also, dass er irgendwann noch einmal Wirtschaftsinformatik studieren will. Aber zunächst geht er seine Ausbildung an der Charité mit Volldampf an und findet das Modell AFIB so gut, „weil hier unglaublich viele interessante Aufgaben geboten werden.“ Die notwendige Mobilität und das sich immer wieder auf Neues einstellen müssen, sind für ihn kein Problem. „Im Gegenteil, das finde ich spannend“, sagt er. „Und je mehr vielfältige Erfahrung ich schon in der Ausbildung sammeln kann, desto besser bin ich später beruflich aufgestellt“.

Azubis sehen sich einen Server-Raum an

Erfahrungen sammeln können die jungen Leute nicht nur durch externe Praktika bei offiziellen AFIB-Partnern wie der Firma Strato oder der Deutschen Rentenversicherung Bund. Für alle gilt auch das Motto: Weiterbildung in der Ausbildung. Zum Beispiel mit Microsoft-Zertifizierungen wie dem Microsoft Office Spezialist“ (MOS). Oder einem Englisch-Zertifikat. Gute Ideen und Anregungen der jungen Leute zum Thema Lernen werden dabei von den Ausbildern gerne aufgegriffen. Schließlich müssen die angehenden Fachinformatiker Systemintegration später auch ein breites Leistungsspektrum bieten. Sie sollen technische und kaufmännische Grundlagen gleichermaßen beherrschen und spezielle Kundenanforderungen in Hard- und Softwarelösungen umsetzen. Sie werden nicht nur analysieren, planen und realisieren, sondern auch beraten und betreuen. Da gehört die Fähigkeit, sich schnell in immer neue Arbeitssituationen einzufinden, unbedingt dazu. Kontaktfähigkeit auch. „Das sind alles Dinge, die wir mit diesem Ausbildungsmodell auch mit Hilfe von Kursen und Lehrgängen schulen“, so Stefan Bavar. Damit geht AFIB als Verbund eigentlich schon weit über die IHK-Vorgaben hinaus. Aber die beste Bestätigung für diesen eingeschlagenen Kurs sind wohl die Angebote, die den Auszubildenden jetzt schon von anderen Unternehmen gemacht werden. „Das bestätigt unsere Ansicht, dass Azubis eben keine preiswerten Arbeitskräfte sind, sondern dass Ausbildung eine Zukunftsinvestition ist“, zieht Stefan Bavar ein Fazit.

afib-Azubis und Azubis der Firma GRAVIS zusammen mit den American Footballerinnen „Berlin Kobra Ladies“

DIE AUSBILDUNG BEI AFIB

Ab Oktober eines Jahres besteht die Möglichkeit, sich für die dreijährige Ausbildung als Fachinformatiker zu bewerben. Das jeweilige Auswahlverfahren beginnt dann im Februar des kommenden Jahres. Für das Ausbildungsjahr 2008 werden noch Plätze bei der Freien Universität und der Charité Universitätsmedizin Berlin angeboten. Notwendig ist ein mittlerer Schulabschluss. Mehr Informationen dazu gibt

Nicole Günther

Tel.: 030-838 51450

nicole.guenther@fu-berlin.de


 

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